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Kenia

Geografie

Mit einer Fläche von 580.367 km2 ist Kenia ungefähr so groß wie Frankreich. Am Äquator gelegen, grenzt Kenia an die Länder Tansania, Uganda, Süd-Sudan, Äthiopien sowie Somalia und an den indischen Ozean. Der ganzjährig mit Schnee bedeckte Mount Kenya mit einer Höhe von 5.199 Meter, die endlosen Steppen mit ihrem riesigen Tierbestand und die herrlichen Sonnenstrände am indischen Ozean, spiegeln die Faszination und Vielfalt dieses Landes wider. Durch den westlichen Teil Kenias ziehen sich die 1.500 bis 3.000 Meter hohen Highlands. Hier, am Fuße des Great Rift Valley, liegen - zwischen Geysiren, heißen Quellen und dem Viktoria See (zweitgrößter See der Erde) - die Hauptanbaugebiete für Tee. Die Hauptstadt Nairobi liegt im Herzen des Landes. Die Handelsstadt Mombasa ist um den natürlich entstandenen Hafen Kilindini angelegt. Sie ist die zweitgrößte Stadt Kenias und einer der bedeutendsten Teehandelsplätze der Welt.  

Klima

Mit einer hohen Luftfeuchtigkeit von 65 bis 75 Prozent herrscht  in Kenia tropisches Klima.  In den Küstenregionen liegen die Höchsttemperaturen bei 28 Grad Celsius, in den Höhenlagen im Landesinneren schwanken sie am Tage zwischen 22 Grad Celsius und 32 Grad Celsius, die Nächte sind dagegen deutlich kühler. 

Die zwei Regenperioden im Hochland, auch die "Große Regenzeit" und die "Kleine Regenzeit" genannt, finden von April bis Juni und von Oktober bis November statt. Ergiebige Schauer versorgen in diesen Monaten vor allem gegen Abend und in der Nacht die Teegärten mit sehr viel Feuchtigkeit. Die langen und sonnigen Tage spenden den Pflanzen die nötige Wärme und ausreichend Licht. So herrschen im kenianischen Hochland die optimalen Klimabedingungen für den Anbau der Tee-Pflanzen.

Teeproduktion

Kenia ist mit Abstand der größte Tee-Produzent Afrikas und zählt sogar seit Jahrzehnten zu den fünf größten Tee-Produzenten der Welt. Darüber hinaus zählt Kenia seit einigen Jahren zu den weltweit führenden Tee-Exporteuren. Aktuelle Zahlen zur kenianischen Teeproduktion finden Sie in unseren Jahresberichtsbänden "Tee als Wirtschaftsfaktor" in der Rubrik Wirtschaft.

Bekannt ist Kenia für seine kräftigen Schwarztees, die sich insbesondere in Großbritannien als wichtiger, unverzichtbarer Bestandteil vieler englischer Frühstücksteemischungen großer Beliebtheit erfreuen. Nach Deutschland werden vor allem die nach orthodoxer Methode hergestellten Schwartees eingeführt, die als besondere Spezialität gelten.              

Geschichte

Kenia ist eines der ersten Länder Afrikas, in denen Tee angebaut wurde. Der Engländer G.W.L. Caine brachte die bis dato in Kenia unbekannten Tee-Samen im Jahr 1903 von Indien nach Kenia. In Limuru, nahe Nairobi, wurde auf einer zwei Hektar großen Farm der erste Kenia-Tee angepflanzt. Noch heute stehen in diesem Teegarten mit dem Namen Mabroukie einige der ersten Teepflanzen - inzwischen große Teebäume, denn sie wurden seit ihrer Pflanzung nicht beschnitten.

Obwohl einige Kleinbauern in Limuru-Kiambu und Kericho bereits in den Folgejahren Teegärten anlegten, begann der kommerzielle Tee-Anbau erst seit 1924. Noch einmal vier Jahre später konnte der erste kenianische Tee nach London verschifft werden, um dort verkauft zu werden. Mit der damals eher geringen Exportmenge von 69 Tonnen wurde der Grundstein für die schnell wachsende kenianische Teewirtschaft gelegt.

Limuru_kiambu und Kericho sind noch heute die größten Teeanbaugebiete des Landes. Kenia seinerseits gilt mittlerweile als das bedeutendste Teeanbauland Afrikas. Hier werden ca. zwei Drittel des gesamten afrikanischen Tees produziert. In der Schwarzteeproduktion steht Kenia sogar auf Platz zwei weltweit, hinter Indien.

Tee gehört zu den bedeutendsten Exportgütern des Landes, das außerdem einer der weltgrößten Schwartee-Exporteure ist. Traditionell wird der Tee von Kleinbauern kultiviert. 80 Prozent der insgesamt über 190.000 Hektar großen Anbaugebiete wird von Familienbetrieben bestellt. Für 560.000 Kleinbauern stellt die Teewirtschaft die Lebensgrundlage dar, über vier Millionen Kenianer finden in der Branche Ihre Arbeit.

Teeanbau und Verarbeitung

Im Hochland Kenias, östlich und westlich des Great Rift Valleys, liegt in Höhen zwischen 1.500 und 2.700 Metern das Hauptanbaugebiet des kenianischen Tees. Es setzt sich aus fünf Distrikten zusammen: Kericho, Nandi, Limuru-Kiambu, Nyeri und Meru.

Das Klima und die Bodenbeschaffenheit im kenianischen Hochland sind für das Wachstum der Tee-Büsche ideal; das ganze Jahr über kann der Tee geerntet werden.  Für die hochwertigsten Sorten werden nur die oberste junge Blattknospe und die zwei angrenzenden Blätter per Hand gepflückt und verarbeitet.

Die Verarbeitung des Kenia-Tees findet überwiegend nach der CTC-Methode statt, die kleineren Mengen des orthodox verarbeiteten Blatt-Tees finden besonders in Deutschland ihre Abnehmer. Kenianischer Tee hat ein würziges, kräftiges Aroma, das manchmal leicht an Zitrone erinnert – der Aufguss hat eine orange Farbe.

Reisetipps

Sich fühlen wie in "Jenseits von Afrika"

Sehr empfehlenswert ist ein Besuch des "Tea Hotel Kericho" im Osten der 50.000 Einwohner-Stadt Kericho Das Hotel ist im Kolonialstil erbaut, umgeben von großen Parks in britischem Stil und bietet einen wunderschönen Ausblick auf die angrenzenden Teegärten. 

Wer ein unvergessliches Abenteuer erleben möchte, sollte seinen Besuch der kenianischen Teegärten am besten mit einer Safari in die bekannten Nationalparks verbinden. Die meisten Tiere und mit Sicherheit auch die berühmten "Big Five" (Büffel, Elefant, Leopard, Löwe und Nashorn) können im "Masai Mara" in der Serengeti und im "Amboseli" (südwestlich von Nairobi) angepirscht werden. 

Besonders eindrucksvoll ist die weite Savannen-Landschaft und die rote Erde des größten kenianischen Tierreservats "Tsavo National Park", nordwestlich und ca. 2 Autostunden von Mombasa. Hier sollte man sich unbedingt auf Pirschfahrt begeben und mindestens eine Nacht in einem Safari Camp verbringen: Beim abendlichen Lagerfeuer und einer Tasse Tee vor dem Sonnenaufgang fühlt man sich wie Karen Blixen in "Jenseits von Afrika".

Deutsche trinken immer mehr Tee
Tees gehören zu den beliebtesten Getränken in Deutschland
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