Themen des WITs in chronologischer Reihenfolge

Eine Auflistung der Themen, geordnet nach der Veröffentlichung.

2015

Authentizität von Tee und Teeprodukten
Prof. Dr. Ulrich H. Engelhardt, Institut für Lebensmittelchemie der TU Braunschweig

Tee gehört wegen seines Genusswertes, seiner anregenden und gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe sowie der großen geschmacklichen Vielfalt weltweit zu den beliebtesten Getränken. Es gibt zahlreiche Arten von Tee, von denen der Schwarze, Grüne und Weiße Tee die bekanntesten und wichtigsten sind. Tee wird in zahlreichen Ländern und Regionen angebaut. Einige Tees, wie z.B. Darjeelings, sind besonders geschätzt und dementsprechend teurer.

Prof. Ulrich Engelhardt geht in seinem Beitrag zunächst auf gängige Methoden zur Bestimmung der Echtheit (Authentizität) von Lebensmitteln ein. Diese Fragestellung ist sehr vielschichtig, dementsprechend gibt es auch sehr unterschiedliche  Methoden zur Überprüfung der Echtheit. Bei Tee stellt sich die Frage nach der Art (Grüner, Schwarzer,...), der Herkunft (Sri Lanka oder Assam) oder nach der Menge des verwendeten Tee-Extraktes (z.B. in Eistee). Es werden einige vielversprechende Konzepte zur Herkunftsermittlung vorgestellt. Oft reicht die Zahl der in die Untersuchung eingebundenen Proben nicht aus, um eine sichere Bestimmung vornehmen zu können. Zur Ermittlung der Tee-Menge in Fertiggetränken sind einige eher einfache Konzepte verfügbar, die aber vorsichtig genutzt werden sollten.

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Einige persönliche Bemerkungen zur Tee-Forschung
Von Prof. Dr. Nikolai Kuhnert, Fakultät Analytische und Organische Chemie, Jacobs University Bremen - 2015

Lange Zeit galt die Entschlüsselung des Rätsels von der molekularen Zusammensetzung des Schwarzen Tees als eine schier unlösbare Aufgabe. Aufgrund der Vielzahl an vermuteten hochkomplexen und hochmolekularen Verbindungen in dem beliebten Getränk war die Beschäftigung mit der Strukturaufklärung von Substanzen in Schwarzem Tee bei vielen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern nicht sonderlich beliebt – ein Scheitern galt bereits im Vorfeld als gesichert. 

Prof. Nikolai Kuhnert schildert in seinem Aufsatz, unter welchen Umständen er sich trotzdem – von der Faszination des Schwarzen Tees gepackt – während seiner frühen Forscherjahre für dieses spannende Feld entschieden hat. Dabei gewährt er Einblicke in seine Forschungsergebnisse im Zuge der Aufklärung zahlreicher Inhaltsstoffe von Schwarzem Tee, die durch die rasante Entwicklung auf dem Gebiet moderner analytischer Methoden möglich gemacht wurde. Mit dem Wissen um die nun identifizierten Inhaltsstoffe lassen sich in der Folge auch die gesundheitsfördernden Eigenschaften des Schwarzen Tees gezielter beurteilen, was lange Zeit nur dem Grünen Tee vorbehalten war. Auch hierzu zeigt der Autor vielversprechende Ergebnisse aus seinen ersten Studien.

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2014

 Morphologie, Inhaltsstoffe und Verwendung
Diplom-Biologin Franziska Wülfing, Universität Hamburg, Biozentrum Klein Flottbek und Botanischer Garten, Abt. Angewandte Pflanzenökologie und Biodiversität der Nutzpflanzen

Die in China beheimatete Teepflanze Camellia sinensis (L.) KUNTZE ist dort bereits seit 2700 v. Chr. bekannt. Der aus ihren Blättern und Blattknospen („two leaves and a bud“) gewonnene Aufguss weist eine lange Nutzungsgeschichte auf und ist heute eines der meist konsumierten Getränke der Welt. Aktuell richtet sich das Interesse jedoch auch zunehmend auf die Blüten der Teepflanze, deren Verwendung in den traditionell Tee anbauenden Ländern wie China oder Japan lange bekannt, in der hiesigen Lebensmittelindustrie bislang jedoch wenig verbreitet ist. Wurden noch bis in jüngster Vergangenheit die Teeblüten im Zuge der Produktion als Abfallprodukt verworfen, entwickelt sich neuerlich ein zunehmendes Bewusstsein für deren wirtschaftliche Bedeutung.

In den vergangenen Jahren war eine Vielzahl wissenschaftlicher Arbeiten darauf ausgerichtet, die Blüten der Teepflanze sowie deren Knospen auf ihre Inhaltsstoffe und deren Wirkungen hin zu untersuchen. Daraus resultierend ist heute bekannt, dass Teeblüten ähnlich zusammengesetzt sind wie Teeblätter und ebenfalls über entsprechende gesundheitsfördernde Eigenschaften verfügen.

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Prof. Dr. Ulrike Heinrich, Institut für Experimentelle Dermatologie, Universität Witten/Herdecke.

Die Haut (Cutis), ist das größte Organ des Menschen, grenzt den Körper von der Umwelt ab und schützt ihn vor äußeren Einflüssen. Grünem Tee wird nachgesagt, dass er durch seine protektiv wirksamen Inhaltsstoffe vor möglichen Zivilisationskrankheiten schützen und sich positiv auf das Wohlbefinden auswirken kann. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie soll die Wirkung des Genusses von Grünem Tee auf das allgemeine Wohlbefinden sowie auf unterschiedliche hautphysiologische Parameter untersucht werden. Messbare Parameter für den Nachweis eines möglichen Einflusses von Grüntee-Konsum auf das Hautbild sind z.B. das Oberflächenrelief, der Feuchtigkeitsgehalt, die Elastizität, die Barrierefunktion sowie die Dichte der Haut.

In der vorliegenden Studie sollte untersucht werden, ob die Inhaltstoffe des Grünen Tees einen positiven Einfluss auf den Hautstatus ausüben, d.h. eine Verbesserung der Hautqualität bewirken können.

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2011

Dr. Michael Boschmann, Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Buch, Franz-Volhard-Zentrum für Klinische Forschung; Experimental and Clinical Research Center (ECRC), Abteilung für Nephrologie und Bluthochdruck

Adipositas wird in allen entwickelten Industrienationen der Welt zu einer zunehmenden Belastung für die Gesellschaft. Der Nationalen Verzehrsstudie II zufolge, sind in Deutschland 66,0% der Männer und 50,6% der Frauen übergewichtig, jeder fünfte Bürger ist adipös. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass ein erhöhter Konsum von Grünem Tee oder Grüntee-Extrakten mit einem hohen Gehalt des Tee-Inhaltsstoffs Epigallocatechingallat (EGCG) die Reduktion von Körper- bzw. Fettmasse begünstigen kann. Eine klinische Studie von Dr. Michael Boschmann erbrachte zum ersten Mal den Nachweis, dass EGCG als das mengenmäßig bedeutendste im Grünen Tee vorkommende Catechin die Fettoxidation bei adipösen Männern deutlich erhöhen kann.

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Reinhold Zenger und Simon Gerhard, Plantextrakt GmbH & Co. KG, Tea Team, Vestenbergsgreuth

Tee (Camellia sinensis) ist wegen seiner geschmacklichen Vielfalt und unter anderem auch wegen seiner sanft anregenden Wirkung, welche auf den Koffeingehalt des Produktes zurück zu führen ist, eines der beliebtesten Getränke weltweit. Menschen, die auf diese anregende Wirkung verzichten möchten, oder die empfindlich auf Koffein reagieren, müssen auf den Genuss von Tee jedoch nicht verzichten, sondern können sich für entkoffeinierten Tee entscheiden. Zur Entkoffeinierung von Tee stehen in der Gegenwart verschiedene technische Verfahren zur Verfügung: Die gängigsten sind die Entkoffeinierung mittels Ethylacetat, Methylenchlorid oder überkritischem CO2.

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2010

Die Wirkung des Tee-Inhaltsstoffs EGCG gegen Eiweißablagerungen bei Parkinson, Alzheimer und anderen Erkrankungen
Von Dr. rer. nat. Dagmar E. Ehrnhöfer, Centre for Molecular Medicine and Therapeutics, University of British Columbia, Vancouver, Canada

Catechine gehören zu den Hauptinhaltsstoffen von Grünem Tee. Epigallocatechin-gallat (EGCG) ist ihr Hauptvertreter in Grüntee und gilt als eines der pharmakologisch aktivsten Tee-Polyphenole. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass der Tee-Inhaltsstoff EGCG eine hemmende Wirkung auf Proteinablagerungen hat, die als charakteristisches Merkmal für Alzheimer, Parkinson, Chorea Huntington oder Prionenerkrankungen wie die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit gelten. Auch bei der Übertragung von HIV spielen Bestandteile von sogenannten amyloiden Aggregaten eine Rolle. EGCG wird die Fähigkeit zugeschrieben, sowohl die Bildung amyloider Proteinaggregate zu verhindern als auch bestehende aufzulösen. Dies lässt den Tee-Inhaltsstoff zu einem Hoffnungsträger im Kampf gegen diverse Erkrankungen werden.

Dr. Dagmar Ehrnhöfer erläutert im folgenden Beitrag die Wirkungsweise von EGCG auf die amyloide Proteinaggregation, gibt einen Überblick der Krankheiten, die dieses Merkmal aufweisen, und diskutiert das Potenzial des Tee-Inhaltsstoffs, zur Quelle für Behandlungsansätze zu werden.

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Tee als Quelle für entspannte Wachsamkeit und Schönheit von innen und außen
Von Prof. Dr. med. Michaela Axt-Gadermann, Integrative Gesundheitsförderung, Hochschule Coburg - University of Applied Sciences / Hochschule für angewandte Wissenschaften, Fachhochschule Coburg

Kaum ein anderes Getränk wird so stark mit dem Wellness-Gedanken in Verbindung gebracht wie Tee. Im Medical Wellness-Bereich spielen vor allem die präventiven und gesundheitsfördernden Wirkungen von Schwarzem, Grünem und Weißem Tee eine wichtige Rolle. Im klassischen Wellness-Sektor stehen die Eigenschaften von Tee im Vordergrund, die durch eine Kombination anregender und entspannender Effekte das mentale Wohlbefinden steigern können. Außerdem wird Teegenuss das Potenzial zugeschrieben, den Erhalt gesunder Haut zu unterstützen.

Prof. Dr. med. Michaela Axt-Gadermann erläutert im folgenden Beitrag, welche Wellness- Faktoren Tee in sich birgt, wie diese das Wohlbefinden fördern können, und wie sie Degenerations- und Alterungsprozessen der Haut entgegenwirken.

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2009

Die Rolle individueller Tee-Substanzen
Dr. rer. nat. Mario Lorenz, Charité-Universitätsmedizin Berlin, Campus Mitte, Medizinische Klinik für Kardiologie und Angiologie, Kardiologisches Forschungslabor

Wissenschaftliche Studien weisen darauf hin, dass Tee sowie einzelne seiner Inhaltsstoffe ein vielversprechendes Potenzial haben, Parameter des kardiovaskulären Risikoprofils zum Positiven zu beeinflusse. Die derzeitige Datenlage, ob zwischen Grünem und Schwarzem Tee Unterschiede in der physiologischen Wirksamkeit bestehen, ist jedoch zum Teil uneinheitlich. Somit besteht hier noch Forschungs- und Klärungsbedarf.

Dr. Lorenz erläutert in seinem Beitrag zunächst die Bedeutung und die Mechanismen kardiovaskulärer Erkrankungen, gibt einen Überblick über die aktuelle Studienlage zu dieser Thematik in Bezug auf Tee und berichtet über eigene Forschungsergebnisse zu vergleichenden Untersuchungen von Grünem und Schwarzem Tee auf kardiovaskuläre Parameter. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe von Dr. Lorenz zeigen, dass Schwarzer Tee – auch wenn er stark fermentiert ist und deshalb kaum noch Catechine aufweist – die gleiche Potenz besitzt wie Grüntee. Dr. Lorenz diskutiert, welche anderen Tee-Inhaltsstoffe im Schwarztee für die Wirkung auf das kardiovaskuläre System in Frage kommen. Vor diesem Hintergrund ist die Tatsache interessant, dass der überwiegende Anteil des weltweit konsumierten Tees Schwarzer Tee ist. Dieser könnte einen wichtigen Beitrag zur Vorbeugung von kardiovaskulären Erkrankungen wie der Atherosklerose leisten.

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Prof. Dr. Ulrich H. Engelhardt, Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig, Institut für Lebensmittelchemie

Prof. Dr. Ulrich Engelhardt vergleicht in seinem Beitrag anhand bisher veröffentlichter Studien und Publikationen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Theogallin und Theanin, die als Bestandteile von Tee seit Jahrzehnten bekannt sind. Er beleuchtet dabei besonders die physiologischen Wirkungen beider Komponenten.

Prof. Dr. Engelhardt macht deutlich, dass es eine sehr viel größere Anzahl an Veröffentlichungen und Studien über das Aminosäurederivat Theanin und seine möglichen physiologischen Wirkungungen gibt, als Studien, die sich mit dem phenollischen Stoff Theogallin beschäftigen. In seinem Beitrag beleuchtet Prof. Dr. Engelhard auch die Gründe für die geringere Zahl von wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu Theogallin und gibt abschließend eine Einschätzung zum derzeitigen Forschungsstand der Substanzen Theanin und Theagallin.

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Cordelia Renk, M.Sc. Nutritional Sciences, Deutscher Teeverband e.V., Hamburg

Tee wird seit langer Zeit nicht nur als Getränk, sondern auch aufgrund seiner verschiedenen positiven gesundheitlichen Wirkungen hoch geschätzt. Wissenschaftler aus aller Welt befassen sich mit der Erforschung der Effekte, die Tee auf die menschliche Physiologie ausüben kann. Unter anderem wird diese Forschung in Form von sogenannten klinischen Studien betrieben.

Die Ernährungswissenschaftlerin Frau Renk erläutert in ihrem Beitrag die Bedeutung und den Zugang zu klinischen Studien und gibt eine übersicht zu klinischen Studien mit Tee, die in der derzeit umfangreichsten Datenbank klinischer Studien verzeichnet sind.

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Dr. Sabine Westphal, Universität Bielefeld, Fachbereich Chemie, Arbeitskreis Biochemie I, Bielefeld

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) sind weit verbreitet und treten typischerweise zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr erstmals auf. Diese Erkrankungen zeichnen sich durch immer wiederkehrende oder dauerhafte Entzündungen im Darmbereich aus. Obwohl die Ursachen für CEDs noch nicht ausreichend bekannt sind, zeichnet sich ab, dass der regelmäßige Genuss von Grünem Tee die Heilung unterstützen kann.

Frau Dr. Sabine Westphal von der Universität Bielefeld erläutert das Krankenbild chronisch entzündlicher Darmerkrankungen und zeigt Behandlungsmöglichkeiten und deren Wirkung auf, vornehmlich in Bezug auf das in Grünem Tee enthaltene antiinflammatorisch-wirkende Epigallocatechin-3-gallat.

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2008

Prof. Dr. Dr. Dr. med. habil. Hanns Hatt, Institut für Zellphysiologie der Ruhr-Universität-Bochum

Tee mit allen Sinnen wahrnehmen – Der Genuss des seit Jahrhunderten beliebten Getränks ist mehr als nur das Trinken an sich. Erst die Wahrnehmung mit mehreren Sinnen macht das Teetrinken zu einem besonderen Erlebnis.

Prof. Dr. Dr. Dr. Hatt untersucht die komplexen Vorgänge, die im menschlichen Körper bei der Aufnahme von Tee ablaufen unter besonderer Berücksichtigung des Geschmacks- und Geruchssinns.

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Dr. oec. troph. Heike Raab, Krankenhaus Sachsenhausen, Frankfurt am Main

Diabetes gehört mittlerweile zu den am weitesten verbreiteten chronischen Krankheiten in Deutschland. Es handelt es sich vor allem um Diabetes mellitus Typ 2, also jenen Typ Diabetes, der aufgrund ungünstiger Essgewohnheiten und zu wenig körperliche Bewegung entsteht. Erkrankte oder potenziell Betroffene können ihren Insulinspiegel aber durch eine Änderung der Lebens- und Ernährungs- gewohnheiten positiv beeinflussen. In diesem Zusammenhang wurde schon mehrfach untersucht, inwiefern der Genuss von Tee eine positive Wirkung hinsichtlich einer verzögerten Entstehung von Diabetes und auf den Krankheitsverlauf haben kann.

Frau Dr. oec. troph. Heike Raab fasst die wichtigsten Studien und Ergebnisse über die physiologischen Effekte von Tee in der Diabetesprävention und bei bestehender Diabeteserkrankung zusammen und erörtert mögliche zugrundeliegende Mechanismen für die positive Wirkung von Tee.

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Dr. oec. troph. Eva-Maria Schröder, Ernährungs- und Beratungsservice, Tutzing

Im Jahr 2007 veröffentlichte „Neurology“, Fachorgan der American Academy of Neurology, St. Pauls, Minnesota, eine Studie zu dem Thema „Neuroprotektive Effekte von Koffein“. Die französische Forschergruppe um Frau Dr. K. Ritchie, Universitätsklinikum Montpellier, untersuchte hierbei die Beziehungen zwischen Koffeinaufnahme, dem Nachlassen kognitiver Fähigkeiten und Demenzverlauf. An den Untersuchungen nahmen rund 7.000 Männer und Frauen ab einem Lebensalter von 65 Jahren teil.

Die Ergebnisse der Studie belegen, dass sich Koffein vor allem bei Frauen in hohem Lebensalter positiv auf das geistige Leistungsvermögen auswirkt und somit der Demenzentwicklung entgegenwirken kann. Frau Dr. Schröder fasst in diesem Beitrag die sogenannte „Three City Study“ (Montpellier, Bordeaux, Dijon) zusammen und beleuchtet die verschiedenen Aspekte des Koffeingenusses im hohen Lebensalter.

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Prof. Dr. Ulrich H. Engelhardt und Yumen Hilal, Institut für Lebensmittelchemie der technischen Universität Braunschweig

Weißer Tee hat seinen Ursprung in China, wo er seit langer Zeit als Heilmittel und Getränk konsumiert wird. Für den beliebten Tee mit dem „weißen“ Blattmaterial und dem hellen Aufguss existiert allerdings keine allgemein akzeptierte Definition. Auch Daten über seine Zusammensetzung gibt es nur in begrenztem Umfang.

Professor Engelhardt und seine Doktorandin untersuchten Weiße Tees in Hinblick auf seine Inhaltsstoffe und geben einen Überblick über die traditionellen Herstellungsweisen dieser Tee-Varietät. Sie erörtern in ihrem Beitrag Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Weißen Tees gegenüber Schwarzen und Grünen Tees.

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2007

Ergebnisse einer Diät-kontrollierten amerikanischen Untersuchung
Dr. oec. troph. Eva-Maria Schröder, Ernährungs-Beratungs-Service, Tutzing

Verschiedene Studien haben in der Vergangenheit das antioxidative und cholesterinsenkende Potenzial von Tee-Flavonoiden dargelegt. Schwarzer Tee gehört dabei zu den größten Flavonoidquellen in unserer Ernährung. Die amerikanische Forschungsgruppe um Michael J. Davies, Beltsville Human Nutrition Research Centre (USDA), Maryland (USA) hat den Einfluss des Schwarzteekonsums unter anderem auf den Cholesterinspiegel im Rahmen einer kontrollierten Diät erstmals genau geprüft. Dabei zeigt sich, dass Schwarzer Tee nicht nur das Gesamtcholesterin signifikant senkt, sondern auch das LDL-Cholesterin – sowohl im Placebo-Vergleich mit und ohne Koffein.

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Prof. Dr. Sepp Porta, Institut für Angewandte Stressforschung, Bad Radkersburg, Österreich; Institut für Pathophysiologie, Medizinische Universität Graz, Österreich

Seit langem ist bekannt, dass Tee nicht nur anregend, sondern auch entspannend wirkt. Diese relaxierende Wirkung, die Wissenschaftler den im Tee enthaltenen Polyphenolen zuschreiben, wurde jetzt objektiv anhand verschiedener physischer Parameter gemessen. Die Ergebnisse lassen vermuten, dass Tee zum einen direkt über antioxidative und enzymaktivierende Wirkungen pathologisch schnelle Lipidoxidation verhindern und damit auch das Risiko für Arteriosklerose senken kann. Zum anderen kann Tee über die zentralberuhigende Wirkung kardiovaskuläre Schäden verringern bzw. hinauszögern. Die Polyphenole im Tee könnten demnach auf zweifache Weise den Stresseffekten entgegenwirken.

Prof. Dr. Sepp Porta vom Institut für Angewandte Stressforschung in Bad Radkersburg in Österreich kommentiert im folgenden Beitrag eine aktuelle Publikation der Forschungsgruppe um Andrew Steptoe, University College of London (GB) und stellt diese in Korrelation zu eigenen Ergebnissen.

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Dr. oec. troph. Eva-Maria Schröder

Den in Tee enthaltenen polyphenolischen Substanzen werden zahlreiche protektive Wirkungen hinsichtlich verschiedener Erkrankungen zugeschrieben. Epidemiologische und experimentelle Studien in Zell- und Tiermodellen zeigen u.a. anti-inflammatorische, anti-virale, anti-neoplastische und anti-atheriosklerotische Effekte, die vor allem auf die antioxidative Wirkung der Polyphenole zurückgeführt werden.

Die Ernährungs- und Gesundheitswissenschaftlerin Dr. oec. troph. Eva-Maria Schröder gibt in ihrem Beitrag einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand sowie relevante Forschungsergebnisse der letzten Jahre, die auch in verschiedenen W.I.T-Ausgaben besprochen wurden.

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Prof. Dr. Peter Stehle

Eine aktuelle japanische Kohorten-Studie mit mehr als 40.000 Teilnehmern bestätigt die Ergebnisse früherer Untersuchungen im Hinblick auf die anti-atheriosklerotischen Effekte des Grünen Tees. Den Ergebnissen zufolge wirkt der Konsum von Grünem Tee nicht nur positiv in Bezug auf kardiovaskuläre Erkrankungen als Todesursache, sondern auch auf das Absinken der Mortalitätsrate insgesamt. Die Wissenschaftler ermittelten im Rahmen der Untersuchung, dass bereits bei einer Aufnahme von täglich ein bis zwei Tassen Grünem Tee ein präventiver Effekt nachzuweisen ist.

Prof. Dr. Peter Stehle, Ernährungsphysiologe am Institut für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften der Universität Bonn, fasst in seinem Beitrag Studiendesign und Methodik zusammen und stellt die zentralen Ergebnisse hinsichtlich der protektiven Eigenschaften von Grünem Tee vor.

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2006

Prof. Siegfried Knasmüller, Mag. Julia Bichler, Heike Winter, Mag. Veronika Ehrlich

Eine aktuelle Studie aus Stockholm berichtet, dass Teekonsum möglicherweise das Auftreten von Eierstockkrebs positiv beeinflusst. Im Rahmen der 15 Jahre andauern den Studie wurden über 60.000 Frauen beobachtet. Aus den Ergebnissen lässt sich schließen, dass der Konsum von einer Tasse Tee pro Tag das Risiko, an Ovarialkrebs zu erkranken, um 18 Prozent reduziert. Diese epidemiologische Studie von Larsson und Wolk wird für Grüntee zusätzlich durch In-vitro-Befunde unterstützt, die eine Hemmung der Teilung von Ovarialkarzinomzellen zeigen. Auch Humanstudien zur Reduktion des Östrogenspiegels untermauern die Beobachtungen der schwedischen Studie.

Prof. Siegfried Knasmüller und weitere Mitarbeiter des Instituts für Krebsforschung der Medizinischen Universität Wien beleuchten in ihrem Beitrag ausführlich die relevanten Studien und fassen deren Ergebnisse zusammen.

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Mögliche Rolle bei der Behandlung der Multiplen Sklerose
Dr. med. Orhan Aktas

Mehrere unabhängige Studien beschreiben bereits die günstigen Effekte von Epigallo katechin-3-Gallat (EGCG), einem Hauptinhaltsstoff des grünen Tees, auf Entzündungsprozesse. Andere Studien belegen eine neuroprotektive Wirkung von EGCG. Daher liegt die Vermutung nahe, dass EGCG die zerstörerischen Krankheitsprozesse der Multiplen Sklerose, einer der häufigsten chronisch entzündlichen Erkrankungen des zentralen Nervensystems, von zwei Seiten angreifen könnte. Dieser Vermutung geht eine aktuelle Studie des Instituts für Neuroimmunologie an der Charité in Berlin nach: Sie untersucht die Wirksamkeit der Substanz im Tiermodell der MS und in Kul turen von menschlichen Immun- und Nervenzellen.

Dr. med. Orhan Aktas, Leiter der Studie, fasst in seinem Beitrag die Studie zusammen und kommt zu dem Ergebnis, dass EGCG sowohl ein fehlgeleitetes Immunsystem dros seln, als auch Neurone vor schädlichen Einflüssen des Immunsystems schützen kann.

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Dr. oec.troph. Eva-Maria Schröder

Legten bereits verschiedenen Studien einen Zusammenhang zwischen Teekonsum und einer niedrigeren Sterblichkeit bei Menschen mit Herz-Gefäßerkrankungen nahe, so betrachteten nunmehr US- amerikanische Wissenschaftler den Effekt des Teetrinkens auf die Sterblichkeit nach einem akuten Herzinfarkt. In die Auswertung der unter dem Titel „The Determinants of Myocardial Infarction Onset Study“ veröffentlichten Studie gingen Daten von 1900 Personen ein, die im Zeitraum von 1989 bis 1994 u. a. auch insbesondere erstmals zu ihrem Teekonsum im Jahr vor ihrem Herzinfarkt befragt wurden. Das Ergebnis zeigt sowohl für die Gesamtsterblichkeit als auch für die kardiovaskuläre Sterblichkeit, dass Teetrinken mit einem längeren Überleben nach akutem Herzinfarkt verbunden war. Teetrinken hat also einen schützenden Effekt.

Diplom-Ökotrophologin Dr. Eva-Maria Schröder erläutert in ihrem Beitrag die Studie ausführlich und fasst deren Erkenntnisse zusammen.

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Prof. Dr. Ulrich H. Engelhardt

Wo liegt der Unterschied zwischen „schwarz“, „grün“ und „weiß“, zwischen Thein und Koffein bzw. heißt es nun „Gerbstoffe“ oder Tannine? Was versteht man unter dem Phänomen „tea cream“? Wie hoch ist der Vitamin- und Koffeingehalt? Ist Koffein ein Flüssigkeitsräuber? Diese und viele andere Fragen rund um den Tee werden regelmäßig immer wieder gestellt.

Prof. Dr. Ulrich H. Engelhardt, Institut für Lebensmittelchemie, Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig, will bei der Beantwortung dieser und weiterer Fragen helfen. Er nimmt in diesem Beitrag Bezug auf einige vorausgehende Artikel im W.I.T, in denen die Themenkomplexe ausführlicher behandelt werden.

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2005

Prof. Dr. Thomas Hofmann

Bislang sind Wissenschaftler immer davon ausgegangen, dass Tee seinen Geschmack durch die farbgebenden Thearubigene und Theaflavine erhält. Das ist aber nicht der Fall. Wie eine aktuelle Untersuchung belegt, tragen neben Epigallocatechingallat, Catechin und Coffein insbesondere bestimmte Flavonol-3-glykoside zum typisch adstringierenden und herben Geschmack von Schwarzteegetränken bei.

Prof. Dr. Thomas Hofmann vom Institut für Lebensmittelchemie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster beschreibt in seinem Beitrag die Identifizierung der geschmacksgebenden Schlüssel- verbindungen in schwarzem Tee und widerlegt die gängige wissenschaftliche Meinung, dass Theaflavine und Thearubigene die wertgebenden Geschmacksstoffe schwarzer Tees darstellen.

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Mechanismen der Krebsprävention?
Prof. Dr. Ralf Stohwasser und Dr. Ina Oehme

In den vergangenen Jahren ist das wissenschaftliche Interesse an Tee, insbesondere an grünem Tee, enorm gestiegen. Dabei wurden ihm unter anderem antioxidative, antivirale, antimikrobielle und antikarzinogene Eigenschaften zugesprochen, für die in erster Linie die enthaltenen Polyphenole zuständig sein sollen. Aktuelle Forschungsergebnisse deuten jetzt darauf hin, dass die polyphenolischen Substanzen ihre schützenden Wirkungen über eine Beeinflussung der eiweißspaltenden Enzyme (Proteasen wie z.B. dem Proteasom) entfalten. Es wurde gezeigt, dass das Polyphenol Epigallocatechingallat (EGCG) sowohl die Tumorzellinvasion hemmt als auch die Aktivität von bestimmten eiweißspaltenden Enzymen (Metalloproteasen), welche häufig in metastasierenden Tumoren und bei der Tumor-Angiogenese übermäßig stark ausgebildet sind.

Prof. Dr. Ralf Stohwasser und Dr. Ina Oehme vom Fachbereich Bio-, Chemie- und Verfahrenstechnik an der Fachhochschule Lausitz in Senftenberg befassen sich in ihrem Beitrag mit der Hemmung intra- und extrazellulärer Proteasen durch Tee-Polyphenole und der daraus resultierenden Bedeutung für die Krebsprävention.

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Dr. oec.troph. Eva-Maria Schröder

Eine Studie der Universität Newcastle, Großbritannien, deutet darauf hin, dass Tee eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung und Behandlung von Demenz bzw. der Alzheimer-Krankheit spielen könnte. Der Untersuchung zufolge hat der Konsum von grünem und schwarzem Tee möglicherweise positive Auswirkungen auf bestimmte Botenstoffe im Gehirn. In vitro zeigte Tee eine hemmende Wirkung auf die Aktivität der abbauenden Enzyme, wodurch die Acetylcholinkonzentration, die bei der Alzheimer Krankheit erniedrigt ist, wieder steigen könnte.

Diplom-Ökotrophologin Dr. Eva-Maria Schröder fasst in ihrem Beitrag die Ergebnisse der Labor-Studie der englischen Forschergruppe um Edward J. Okello von der Universität von Newcastle zusammen.

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Wencke Orbán

Tee ist nach Wasser das beliebteste und meistgetrunkene Getränk der Welt. Im Laufe seiner Geschichte hat das Heißgetränk zahlreiche Kulturen geprägt. Doch was versteht man eigentlich genau genommen unter dem Begriff „Tee“ und woher kommt die Bezeichnung? Tee, thé oder tea sind zum Beispiel überall dort zu hören, wo das Getränk auf dem Seeweg von Südchina nach Europa gelangt ist. Bezeichnungen wie Chai oder Tschay sind hingegen in den Ländern zu finden, die den Tee auf dem Landweg importierten. Die heutige Fach- und Handelssprache im internationalen Teegeschäft ist wiederum stark vom Englischen geprägt.

Diplom-Übersetzerin Wencke Orbán betrachtet in ihrem Beitrag das komplexe und facettenreiche Fachgebiet Tee aus sprachlicher und sprachwissenschaftlicher Sicht. Dabei analysiert sie auch die Charakteristika der deutschen Fachtermini.

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2004

Prof. Dr. med. Friedrich Manz

Wie eine aktuelle Untersuchung des Forschungsinstituts für Kinderernährung in Dortmund belegt, tragen koffeinhaltige Getränke wie schwarzer und grüner Tee sehr gut zur Flüssigkeitsversorgung bei. Der Vergleich zwischen männlichen und weiblichen Teetrinkern sowie männlichen und weiblichen Nicht-Teetrinkern zeigt: Frauen, die regelmäßig Tee trinken, weisen einen günstigeren Flüssigkeits- versorgungsstatus auf als Frauen, die keinen Tee trinken. Männer sind dagegen grundsätzlich schlechter mit Flüssigkeit versorgt als Frauen.

Prof. Dr. med. Friedrich Manz vom Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund beschreibt in seinem Beitrag die Bedeutung von Tee im Rahmen der Flüssigkeitsversorgung und widerlegt das gängige Vorurteil, Tee sei ein Flüssigkeitsräuber.

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Julia Franz und Karin Krumbholz

Im Rahmen des jährlichen Bundeswettbewerbs "Jugend forscht" wurde in einem Projekt der Antioxidantien-Gehalt von grünem und schwarzem Tee in Abhängigkeit verschiedener Parameter untersucht. Die Ergebnisse bestätigen, dass sowohl grüner als auch schwarzer Tee eine gesundheitsfördernde Wirkung im Sinne einer "antioxidativen Therapie" entfalten. Wobei der Gehalt an Antioxidantien in grünem Tee vergleichsweise höher ist als in schwarzem Tee. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass bei grünem und schwarzem Tee die Proben in Teebeuteln besser abschnitten als lose Blatttees.

Die Autorinnen Julia Franz und Karin Krumbholz haben die Ergebnisse ihrer Arbeit im folgenden Beitrag zusammengefasst. 

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Aspekte zu ihrer biologischen Rolle
Prof. Dr. Walter Feucht und Prof. Dr. Jürgen Polster

Bis zu ein Drittel der Trockensubstanz von Tee (Camellia sinensis) besteht aus so genannten Tee- Catechinen (Flavan-3-olen). Diese Inhaltsstoffe, die auch in relativ großen Mengen in Blättern, Blüten bzw. Früchten der meisten einheimischen Nadel- und Obstbäume vorkommen, spielen eine wichtige Rolle bei Entwicklungs- und Wundheilungsprozessen, aber auch bei der Resistenz-Entstehung und als Radikalfänger.

Prof. Dr. Walter Feucht, Department für Pflanzenwissenschaften, Lehrstuhl für Obstbau, Wissenschaftszentrum Weihenstephan (WZW) der TU München, D-85350 Freising und Prof. Dr. Jürgen Polster, Department für Biowissenschaftliche Grundlagen, Lehrstuhl für Biologische Chemie, FG Physikalische Biochemie, Wissenschaftszentrum Weihenstephan (WZW) der TU München, D-85350 Freisingbeschreiben in ihrem Beitrag die Bedeutung der Tee-Catechine im pflanzlichen, tierischen und menschlichen Organismus. 

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Prof. Dr. Dietmar Rothermund

Tee ist ein überaus wandlungsfähiges Getränk, das - je nach Sitten, Besonderheiten und Kultur des jeweiligen Landes - vom traditionellen Kulturgut bis hin zum schnellen Durstlöscher weltweit einen festen Platz in der Gesellschaft einnimmt. Von seiner chinesischen Heimat trat der Tee einen Siegeszug um die Welt an. Dabei erlebte er viele Wandlungen. In China trank man seit Jahrtausenden meist grünen Tee, der nur mit Wasser zubereitet wurde. Das gleiche gilt für Japan. Die Ostindiengesellschaft brachte das Heißgetränk Anfang des 17. Jahrhundert nach Europa. Mit Zucker und Milch genossen wurde er im 18. Jahrhundert zum Volksgetränk der Briten. Mitte des 19. Jahrhunderts startete dann in Indien der professionelle Teeanbau. Auch hier hat sich eine gewisse Teekultur entwickelt.

Prof. Dr. Dietmar Rothermund, Heidelberg, beschreibt in seinem Beitrag den Stellenwert, den Tee im Laufe der Jahrhunderte als Genussmittel und Wirtschaftsfaktor erlangte.

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2003

Dr. habil. Volker Böhm

Grüner und schwarzer Tee enthalten viele phenolische Verbindungen, deren protektive Wirkungen im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs eine bedeutende Rolle spielen. Allerdings werden diese Verbindungen immer wieder als so genannte "Eisenräuber" diskreditiert.

Dr. habil. Volker Böhm vom Institut für Ernährungswissenschaften der Universität Jena widerlegt diese Theorie anhand einer aktuellen Studie. Er zeigt, dass der Konsum von schwarzem und grünem Tee bei adäquatem Eisenstatus keinen Einfluss auf die verschiedenen Eisenstatusparameter hat. 

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Dr. oec.troph. Eva-Maria Schröder

Bei gestörtem Harnsäurestoffwechsel können Purine und purinartige Verbindungen zu Hyperurikämie und Gicht führen. Da Coffein und Theophyllin im Tee zu den purinartigen Verbindungen gehören, wurde Patienten mit Hyperurikämie und Gicht der Teekonsum oft untersagt. Dafür gibt es aber keinen Grund, denn Coffein und Theophyllin haben keinen Einfluss auf den Harnsäurestoffwechsel von Gichtkranken! Diese können auch weiterhin bedenkenlos ihren Tee genießen.

Dr. oec.troph. Eva-Maria Schröder vom Ernährungs-Beratungs-Service beschreibt in ihrem Beitrag die Ursachen und Auswirkungen der Hyperurikämie und Gicht und erläutert die diätetischen Therapie-möglichkeiten.

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Prof. Dr. rer. nat. Peter Imming, Institut für Pharmazeutische Chemie, Philipps-Universität Marburg

Viele Bakterien sind gegenüber Tee oder Tee-Fraktionen empfindlich, das haben Untersuchungen gezeigt. Die Durchfall-Erreger Shigella flexneri sowie Salmonella typhi A und B sind drei Beispiele von vielen. Die antimikrobielle Wirkung geht hauptsächlich auf die Catechine zurück. Sie machen bei Grüntee etwa 17 bis 30 Prozent und bei schwarzem Tee etwa zehn Prozent des Trockengewichtes aus. Prof. Dr. Peter Imming vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Phillipps-Universtät in Marburg beschreibt in seinem Beitrag weiterhin die synergistische Wirkung einiger Teeinhaltsstoffe mit verschiedenen Antibiotika.

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Prof. Dr. Walter Feldheim

Tee schmeckt angenehm, löscht den Durst und hat einen geringen Salzgehalt. Weiterhin liefert er verschiedene wertvolle Inhaltsstoffe wie Fluorid, Alkylamine und Polyphenole. Prof. Dr. Walter Feldheim, Kiel, geht in seinem Beitrag auf Tee und seine gesundheitsfördernden Stoffe ein und kommt zu dem Schluss, dass Schwangere ihre häufig zu geringe Flüssigkeitsaufnahme gut mit Tee aufbessern können.

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2002

Dr. Barbara Bertram, Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg

Bis zum Jahr 2020 rechnet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit einer Verdoppelung aller Krebserkrankungen. Magenkrebs steht dabei in der Häufigkeit an fünfter Stelle aller bösartigen Neubildungen, Tumoren des Dickdarms bei Frauen an zweiter Stelle und bei Männern an dritter Stelle. Seit den 90er Jahren beschäftigt sich die Krebsforschung zunehmend mit den Mechanismen präventiver Teeinhaltsstoffe. Für die krebsvorbeugende Wirkung sind vor allem die Polyphenole im Tee von Bedeutung.

Dr. Barbara Bertram vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg stellt dar, wie Tee vor Tumoren im Magen und Darm schützen kann. 

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Katrin Raschke, Diplom-Oecotrophologin und Sven-David Müller, Diätassistent und Diabetesberater DDG, Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. Wissenschaftlicher Direktor: Prof. Dr. med. Helmut Mann

Sonnen belastet die Haut durch ihre UV-A- und UV-B-Strahlen. UV-A-Licht dringt tief in die Haut ein. Es zerstört dort Elastin- und Kollagenfasern, also die Substanzen, die die Haut elastisch halten. Die Folge davon ist eine vorzeitige Hautalterung und Faltenbildung. Die Polyphenole des grünen Tees haben eine besondere Eigenschaft: Sie schützen vor sonnenbedingten Hautschäden. Dies ist vor dem Hintergrund der immer weiter steigenden Zahl der Hautkrebsfälle in Deutschland besonders interessant. Katrin Raschke, Diplom Oecotrophologin bei der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V., beschreibt in ihrem Beitrag die Gefahr für die Haut durch Sonne und die schützende Wirkung der Teeinhaltsstoffe.

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Prof. Dr. Irmgard Bitsch

Die Alterung lebender Organismen ist in erster Linie genetisch bestimmt, wird aber auch durch so genannte "anti-aging"-Prozesse beeinflusst. Nach heutigem Wissensstand wird für den Alterungsprozess und die Entstehung altersbedingter Erkrankungen ein Überschuss an freien Radikalen mit verantwortlich gemacht. Darum ist es wichtig, Radikalkettenreaktionen, die über das normale Maß hinaus gehen, herunter zu regulieren. Im Tierexperiment erreicht - und beim Menschen vermutet - wird eine Verlängerung der Lebensdauer durch Verstärkung der antioxidativen Schutzsysteme. Tee ist dafür aufgrund seines hohen Polyphenolgehaltes besonders geeignet. Prof. Dr. Irmgard Bitsch, von der Justus-Liebig-Universität in Gießen, stellt die Zusammenhänge zwischen natürlicher Alterung, altersbedingten Erkrankungen und den "anti-aging"-Effekten von Tee dar. 

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Dr. Petra Bareis, Prof. Dr. Peter Stehle

Tee ist neben Rotwein und Sojabohnen die reichste Quelle für Flavonoide. Grüner Tee enthält 70 % der Flavonoide als Catechine. Die am stärksten hervortretende Eigenschaft dieser sekundären Pflanzenstoffe ist ihre Wirkung als Antioxidanz. Zahlreiche Daten aus epidemiologischen Studien lassen eine negative Korrelation zwischen der Aufnahme von pflanzlichen Polyphenolen und der Inzidenz von coronaren Herzerkrankungen ableiten. Weitere Studien zeigten, dass Tee die antioxidative Kapazität im Plasma signifikant ansteigen lässt sowie die DNA-Schädigung, die Lipidperoxidation und die Entstehung von freien Radikalen senkt.

In einer Humanstudie der Universität Bonn unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Stehle wurde jetzt die Bioverfügbarkeit von Catechinen untersucht. Dr. Petra Bareis beschreibt in ihrem Beitrag die Ergebnisse. 

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2001

Dr. rer. nat. habil. Volker Böhm

Tee, eines der meist konsumierten Getränke, wird als wichtige Quelle für Polyphenole angesehen. Dieser Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe wird in verschiedenen Studien, unter anderem aufgrund ihrer antioxidativen Wirkungen, ein protektiver Effekt vor allem gegenüber Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs zugeschrieben. Während grüner Tee überwiegend Flavanole, Flavandiole und Phenolcarbonsäuren enthält, sind die polymeren Theaflavine und Thearubigene die Hauptpolyphenole des schwarzen Tees. Untersuchungen an der Universität Jena ergaben, dass grüne und schwarze Tees vergleichbar antioxidativ wirksam sind. Neben der Sorte hatte in einer weiteren Studie die Aufbrühzeit einen großen Einfluss auf die antioxidative Aktivität von Tee-Extrakten. Mit zunehmender Extraktionszeit stiegen sowohl die Gesamtphenolgehalte als auch das antioxidative Potential.

In einer Humanstudie unter Leitung von Dr. Böhm mit vier männlichen Probanden wurde die protektive Wirkung des Teekonsums geprüft. Die antioxidative Aktivität der drei Tees wurde anhand von Plasma- und Harnproben überprüft. Nach Konsum von grünem Tee, Oolong-Tee und schwarzem Tee ist im Plasma der vier untersuchten Probanden keine deutliche Veränderung der antioxidativen Aktivität festgestellt worden. So werden z. B. Catechine entweder konjugiert oder schnell verstoffwechselt zu kleineren Molekülen. Diese Stoffwechselprodukte werden in den Blutkreislauf zurückgeführt oder über den Urin ausgeschieden. Letzteres kann u.a. am signifikanten Anstieg der antioxidativen Aktivität im Harn der Probanden nach Konsum der drei Tees festgestellt werden. So wurden unter anderem Veränderungen der Gehalte an Gallussäure, 2,3-Dihydroxybenzoesäure und 2,5-Dihydroxybenzoesäure im Harn ermittelt. Momentan laufende flüssigchromatographische Analysen der Plasma- und Harnproben sollen Aufschluss über Veränderungen der Gehalte antioxidativ wirksamer Verbindungen nach Teekonsum geben. 

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Können Antioxidantien aus Tee dem oxidativen Stress entgegenwirken?
Prof. Dr. Aloys. Berg, Dr. Marco Netsch, Dr. Matthias H. Kreuter

Intensive körperliche Aktivität ist nachweislich mit einer erhöhten Bildung freier Radikale verbunden. Aufgrund der hohen Reaktivität können freie Radikale biologische Strukturen schädigen und so deren Eigenschaften ungünstig verändern. So kommt es zu Veränderungen an Makromolekülen (z.B. Kollagen, Elastin, Nukleinsäuren, Bindegewebsmatrix) sowie zur Lipid-Oxidation von Membranen und Oberflächenstrukturen (z. B. Lipoproteine, Erythrozyten). Freie Radikale schädigen allerdings nur dann, wenn ihre Wirkung nicht neutralisiert werden kann. Diese Situation - als oxidativer Stress bezeichnet - kann langfristig chronische Erkrankungen und Alterungsprozesse auslösen oder diese in ihrer Entwicklung beschleunigen.

Ein Ungleichgewicht in der antioxidativen Regulation kann über Ernährungsdefizite entstehen, d. h. durch die unzureichende Zufuhr von Nährstoffen mit antioxidativer Wirkung. Daher wird Sportlern eine optimale Versorgung mit Antioxidantien empfohlen. In diesem Zusammenhang finden Antioxidantien aus Tee immer mehr Beachtung. Untersuchungen an Nichtsportlern haben gezeigt, dass der Konsum von Tee die Entstehung freier Radikale vermindert und dadurch mit einer Reduktion von oxidativen Schäden einhergeht. Verschiedene Studien an Bevölkerungsgruppen haben darüber hinaus gezeigt, dass der Konsum von Tee das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten vermindert. In einer publizierten epidemiologischen Studie wurden die Auswirkungen des Konsums von grünem Tee bei Rauchern und Nichtrauchern untersucht. Es zeigte sich, dass der Konsum von Grüntee in beiden Gruppen zu einem Rückgang an oxidativen Schäden der DNA, an Lipidperoxidation und der Entstehung freier Radikale führte. Weitere Forschungsgruppen zeigten, dass Tee neben der eigenen "freie Radikal-Fänger"-Aktivität auch eine Stimulation der körpereigenen antioxidativen Abwehrmechanismen bewirkt und somit die antioxidative Wirkung vermutlich noch einmal beträchtlich steigert. Verantwortlich für diese Wirkung sind Purinalkaloide, Polyphenole, Flavanole, Pflanzensäuren, Aminosäuren und andere Inhaltsstoffe, die sich im Teeaufguss nachweisen lassen und dessen Charakter als Multikomponentensystem verdeutlichen. Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll, Untersuchungen zur Fragestellung durchzuführen, ob mit dem Konsum von Tee und der damit verbundenen Optimierung des pro/antioxidativen Gleichgewichts ein Gesundheitsvorteil speziell für Sporttreibende anzunehmen ist. 

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Ergebnisse der Rotterdam Studie*
Dr. oec. troph. Eva-Maria Schröder

Als präventive Faktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden seit einiger Zeit bestimmte antioxidativ wirkende Inhaltsstoffe von Tee diskutiert, die Flavonoide. Ergebnisse einer neuen epidemiologischen Studie, der Rotterdam Studie*, werden vorgestellt. Positive Effekte von Tee-Flavonoiden auf arteriosklerotische Veränderungen konnten festgestellt werden, die einen Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen wahrscheinlich machen.

Flavonoide und Herzschutz
Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden nach heutigem Wissen mit erhöhtem oxidativen Stress in Zusammenhang gebracht, der zu einer Oxidation von LDL (low density lipoprotein, einer cholesterinreichen Verbindung im Blut) führt. Oxidiertes LDL führt zu vermehrter Kalkablagerung in den Gefäßwänden. Tee-Flavonoide, stellen einen Oxidationsschutz für LDL dar. Eine Reihe von epidemiologischen Studien weisen auf ein vermindertes Herz-Kreislauf-Risiko bei Menschen mit hohem Flavonoid-Konsum über Tee hin.

Die Rotterdam Studie

Zur Untersuchung der hier relevanten Fragestellung, nämlich ob und wie weit Teekonsum einen Einfluss auf das Herz-Kreislauf-Risiko hat, wurden Nahrungs- und Getränkeaufnahme der Studienteilnehmer erfasst. Im Verlauf der Studie wurden zudem die Kalkablagerungen der Bauchaorta durch Röntgen erfasst.

Ergebnisse

Probanden ohne Arteriosklerose tranken, im Trend signifikant, mehr Tee als Personen mit einer Aortenverkalkung. Der Teekonsum war am geringsten in der Gruppe mit der stärksten arteriosklerotischen Veränderung. 84 % der Männer und 91 % der Frauen waren Teetrinker, wobei die weiblichen Probanden mit 3,5 Tassen/Tag durchschnittlich einen etwas höheren Konsum als die Männer (3 Tassen/Tag) verzeichneten. Teetrinker verhielten sich insgesamt signifikant "gesünder" hinsichtlich Rauchen, Körpergewicht (BMI), Alkohol- und Kaffeegenuss sowie Fett- und Energieaufnahme.

* Geleijnse,J., Launer,L., Hofman, A., Pols, H., Witteman,J.: Tea Flavonoids May Protect Against Atherosclerosis (Arch.Intern.Med. Vol 159, Oct 11, 1999: 2170-2173)

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Prof. Dr. Walter Feldheim

Theanin ist ein bisher nur wenig beachteter Inhaltsstoff des Tees - zu Unrecht. Es trägt vor allem bei grünem Tee zum typischen Geschmack bei und kann zudem das Wohlbefinden steigern. Bei der Verbindung handelt es sich um ein Aminosäurederivat, das 1950 von J. Sakato entdeckt wurde. Da bei der Fermentation ein Teil des Theanins abgebaut wird, ist der Gehalt in grünem Tee höher als in schwarzem.

Sensorische Eigenschaften
Der typische Geschmack des grünen Tees stammt vor allem von freien Aminosäuren, die in den Blättern enthalten sind. Theanin hat dabei mengenmäßig die größte Bedeutung. Denkbar ist weiterhin, dass Theanin die typische Note des grünen Tees verstärkt. Dabei reicht die aromatische Bandbreite von frisch, weich, schwach-süßlich über moosig, rauchig, leicht bitter bis zum Duft nach frischem Heu. Der bittere Geschmack ist nicht auf die Aminosäuren zurückzuführen, sondern auf den Gehalt an Coffein und Polyphenolen. Die Ausprägung der jeweiligen Geschmacksrichtung ist von der Teesorte abhängig.

Physiologische Wirkung
Encephalographische Untersuchungen (EEG) an Studentinnen haben ergeben, dass die Aufnahme von Theanin einen Einfluss auf das Zentralnervensystem hat. Die Verbindung kann das Wohlbefinden steigern und insbesondere bei ängstlichen Personen eine beruhigende Wirkung haben. Bei Untersuchungen an Ratten wurde festgestellt, dass eine stimulierende Wirkung bei in vivo Gaben von Coffein ebenfalls encephalographisch nachweisbar ist. Dieser Effekt wird durch die Gabe von Theanin inhibiert. Wahrscheinlich wirkt Theanin antagonistisch gegen die Coffeinstimulierung, und zwar im molaren Verhältnis. Andererseits löst eine kleinere in vivo Gabe von Theanin ohne Coffein eine anregende Wirkung aus, d.h. Theanin kann - dosisabhängig - unterschiedlich wirken. 

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2000

Die Wirkung der Polyphenole
Walter Feldheim

Karies ist eine ernährungsabhängige Krankheit, deren Behandlung jährlich einen hohen Anteil am Budget des Gesundheitswesens ausmacht. In der Juli-Ausgabe des W.I.T 2000 wurde auf die Bedeutung der Fluoride zur Erhaltung der Zahnhartsubstanz eingegangen und festgestellt, dass Tee eines der wenigen Lebensmittel ist, die Fluorid enthalten. Grüner und schwarzer Tee besitzen jedoch noch andere Inhaltsstoffe, die kariespräventiv wirksam sein können. Bereits vor 50 Jahren wurde aus epidemiologischen Studien abgeleitet, dass eine positive Korrelation zwischen dem Auftreten von Karies und hohen Amylase-Aktivitäten im Speichel vorliegen kann. Zur Klärung der offenen Fragen wurden Untersuchungen an schwarzen und grünen Teesorten aus verschiedenen Ländern (China, Japan, Nordindien, Sri Lanka, Mali, Argentinien, USA) durchgeführt.

Die Versuche zeigen, dass die Polyphenole im Tee den Abbau von Stärke in Nahrungsresten durch Inaktivierung der Amylase hemmen. Schwarztee hatte eine bessere Wirksamkeit als grüner Tee. Die in ihm enthaltenen höher molekularen Polyphenole (Tannine) hemmen die Amylase wirksamer als die Catechine des grünen Tees.

Tee ist deshalb nicht nur wegen seines Gehalts an Fluorid zur Verbesserung und Erhaltung der Zahnhartsubstanz kariespräventiv, die Reduktion des kariogenen Risikos durch Cracker und Kekse ist als ein weiterer positiver Faktor des Teetrinkens anzusehen.

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Arten, Mechanismen und Aspekte im Rahmen des Schädlingsbefalls
Diplom-Agraringenieur Alexander Wirsig

Tee ist vielen Schädlingen ausgesetzt und benötigt intensive Pflanzenschutzmaßnahmen. Häufig vergessen wird dabei, dass auf einer Teeplantage auch eine Fülle von Nützlingen auftreten, die zum Schutz der Teepflanze beitragen.

Struktur und Dynamik des Ökosystems Teeplantage variieren in zeitlicher und räumlicher Hinsicht wie auch in Bezug auf ihre Entwicklungsstrategie. Während in der Vegetationsruhe des Tees, von Ende Oktober bis Anfang März, die Anzahl der Schädlinge und Nützlinge gering ist, erhöht sie sich im Vormonsun kontinuierlich bis Ende Mai und steigt schließlich in der Regenzeit überproportional an - bis hin zur Massenvermehrung. Modernes Teemanagement integriert bewusst die bekannten Rückkoppelungen zur ökologischen Selbstregulation und vermeidet auf diesem Wege den Schädlingsbefall.

Diplom-Agraringenieur Alexander Wirsig, vom Institut für Agrarökologie in den Tropen und Subtropen der Universität Hohenheim, erläutert in seinem Beitrag das ökologische Modell der Teeplantage. Dabei zeigt er die vielen wechselseitigen Beeinflussungen zwischen Nützlingen und Schädlingen sowie ihre Beziehung zu der Teepflanze auf. Er zeigt, dasa, aufbauend auf den Ergebnissen einer umfassenden Analyse der Beziehungen zwischen Teepflanze und Schädlingen bzw. Nützlingen, angepasste Verfahren zur biologischen Schädlingsbekämpfung entwickelt werden können. Auch Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf die Mechanismen des Ökosystems können präziser bestimmt werden, indem bestimmte Schlüsselarten als ökologische Indikatoren eingesetzt werden.

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Dr. Ulrich Engelhardt

In Europa sind ca. 95 % der Bevölkerung von Karies betroffen. Sie entsteht durch die Störung des Gleichgewichts von De- und Remineralisation der Zahnhartsubstanz. Als wichtigem Bestandteil der Remineralisierung wird Fluorid eine kariespräventive Wirkung zugeordnet. Es gibt vergleichsweise wenig Lebensmittel, die höhere Gehalte an Fluorid aufweisen. Eine nennenswerte Ausnahme bildet Tee. Sowohl grüner als auch schwarzer Tee können einen wesentlichen Beitrag zur täglichen Fluoridzufuhr leisten. In Tee sind zudem Polyphenole enthalten, die die Plaquebildung verringern und somit zur Zahngesundheit beitragen.

Die Entstehung von Zahnkaries
Vereinfacht dargestellt entsteht Karies wie folgt: Nahrungsmittel, die niedermolekulare Kohlenhydrate (Zucker) enthalten, werden von den Bakterien des Zahnbelages ("Plaque") zersetzt. Ein Produkt dieser Zersetzung sind organische Säuren, durch die der pH-Wert in der Plaque gesenkt wird. Diese Säuren lösen die Zahnsubstanz an, und es tritt ein Verlust an Mineralstoffen (Demineralisierung) ein. Falls keine Remineralisation eintritt, kommt es dadurch zu Defekten bei der Zahnhartsubstanz und Karies kann entstehen.

Fluorid in Tee und Teegetränken
Fluorid ist ein Bestandteil unserer Nahrung, welchem eine kariespräventive Wirkung zugerechnet wird. Man geht davon aus, dass Fluorid in Mengen von etwa 1-4 mg täglich aufgenommen werden sollte. Es gibt jedoch nur wenig Lebensmittel mit höherem Fluoridgehalt. Für die meisten werden Werte von unter 1 mg/100 g angegeben. Die Fluoridgehalte in Tee und Teegetränken sind im Vergleich zu anderen Lebensmitteln hoch, wie beispielhaft an verschiedenen Teegetränken des japanischen Marktes gezeigt wird: 0,5 - 0,9 mg/L bei grünem Tee, 0,75 -1,5 mg/L bei Oolong Tee und 0,5-2,2 mg/L für schwarzen Tee. Allerdings kann es bei zu hoher Fluoridaufnahme zu einer Fluorose kommen. Darunter versteht man einen gefleckten und porösen Zahnschmelz, der sich durch Einlagerung von organischen Bestandteilen oft gelb verfärbt. Zur Entstehung einer Fluorose bedarf es ungewöhnlich hoher Fluoridkonzentrationen über einen längeren Zeitraum. Bei "normalem" Teekonsum besteht jedoch keine Gefahr einer Fluorose, vielmehr wird ein Beitrag zur Remineralisierung der Zähne geleistet.

Polyphenole
Für Tee ist zusätzlich festzustellen, dass nicht allein der Fluoridgehalt kariespräventiv ist, sondern dass auch die Polyphenole, wie z.B. Epigallocatechingallat (EGCG), einen Beitrag dazu leisten, der allerdings auf einem komplett anderen Mechanismus beruht. Im Falle des EGCG ist die Hemmung der Enzyme von Bakterien die Ursache für die Schutzwirkung. Die Glycosyltransferase der Bakterien wird vermindert. Dadurch wird die Bildung der Plaque gemindert und somit eine Kariesvorbeugung erreicht. 

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Dr. Barbara Bertram

Krebs ist eine in vielen Fällen langwierige und schwer behandelbare Krankheit, die mit massiven Zellveränderungen einhergeht. Krebs zu bekämpfen heißt, nicht erst bei der vorhandenen Erkrankung einzugreifen, sondern schon präventiv tätig zu werden. Es gilt daher, nicht nur krebserzeugende Substanzen (Asbest, Rauchen) zu meiden, sondern auch auf die Aufnahme von Lebensmittelinhaltsstoffen zu achten, die auf natürliche Weise Krebs vorbeugen. Tee wirkt auf viele Arten hemmend auf die Tumorentstehung oder das Tumorwachstum. Eine wohlschmeckende Tasse Tee kann also zur Gesundheit beitragen.

Vorbeugende Wirkung von Tee gegen Krebs
Grüner und schwarzer Tee waren in den letzten Jahren Gegenstand zahlreicher Untersuchungen zur Prävention von Krankheiten. Im Folgenden sollen in Form einer Übersicht die wichtigsten präventiven Wirkungen und die zugrundeliegenden Mechanismen aufgezeigt werden. Tee und seine Inhaltsstoffe, allen voran das Epigallocatechingallat (EGCG), zeigten sich in zahlreichen Versuchen als sehr effektiv bei der Hemmung von Tumoren. Wie neueste Erkenntnisse zeigen, wirkt Tee nicht nur vorbeugend, sondern schützt auch noch nach dem Auftreten von Tumoren. So wiesen Frauen, die täglich unter 5 Tassen Tee tranken, innerhalb von sieben Jahren nach der Diagnose Brustkrebs im Stadium 1 - 2 und nachfolgender Behandlung eine Rückfallquote von 24,3 % auf. Bei Frauen, die täglich über 5 Tassen Tee tranken, sank die Rückfallquote auf 16,7 %. Eine 1986 begonnene Studie an über 8500 Menschen in Japan ergab, dass bei Genuss von über 10 Tassen Tee / Tag das Krebsrisiko deutlich niedriger war. Das Auftreten von Tumoren war um 3 bzw. 6 Jahre hinausgezögert.

Mechanismen der Wirkung
Bezüglich der Mechanismen, die den oben beschriebenen Wirkungen zugrunde liegen, hat die Krebsforschung in den letzten Jahren entscheidende Erkenntnisse gewonnen. Dazu zählen die Hemmung von Enzymen, die chemische Stoffe zu krebserzeugenden Stoffen aktivieren, die verminderte Entstehung von krebserzeugenden Nitrosoverbindungen, die Aktivierung entgiftender Enzyme sowie die Hemmung proteolytischer Enzyme, die eine wichtige Rolle bei der Verringerung der Metastasierung von Tumoren spielen.

1. Hemmung der Signalübertragung
Die Signalübertragung ist für lebenswichtige Vorgänge in der Zelle von Bedeutung, z. B. für Stoffwechsel, Wachstum und Teilung. Sie wird durch die Reaktion eines Botenstoffs mit einem spezifischen Rezeptor in der Zellmembran in Gang gesetzt. Für EGCG ist beschrieben, dass es das bei der Signalübertragung wichtige Enzym Proteinkinase C hemmt.

2. Hemmung der Krebszellteilung
Krebszellen unterscheiden sich von gesunden Zellen vor allem darin, dass sie sich fortwährend teilen. Die Hemmung von Enzymen, die Zellteilungsprozesse steuern, ist daher bei der Krebsprävention von besonderer Bedeutung.

3. Krankhaft veränderte Zellen
In Krebszellen funktionieren einige Vorgänge, die für die Funktion der Zelle bedeutsam sind, nicht mehr. Dazu gehören zum Beispiel das Gen p53 und der programmierte Zelltod. Das Gen p53 unterdrückt die Umwandlung gesunder Zellen in Krebszellen. EGCG kann sowohl den programmierten Zelltod als auch das Gen p53 wiederherstellen.

4. "Aushungern" der Tumore
Tumoren können Stoffe ausschütten, die die Gefäßneubildung anregen. Über diese neugebildeten Gefäße werden die Tumoren mit Blut und Nahrungsstoffen versorgt. Diesen Vorgang kann EGCG unterbinden. Dadurch wird der Tumor quasi ausgehungert.

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1999

Dr. Ulrich Engelhardt

Im Pflanzenreich sind Flavonoide weit verbreitet: Bis heute sind etwa 4.500 verschiedene Verbindungen bekannt, die unter diesem Begriff klassifiziert werden. Viele dieser "Pflanzenfarbstoffe" sind für den Menschen leicht zu erkennen: So enthalten zum Beispiel bunte Obst- und Gemüsesorten Flavonoide. Flavonoide zählen zu den antioxidativ wirksamen Substanzen, denen viele Studien eine Schutzwirkung gegenüber bestimmten Krankheiten bescheinigen.

Vorkommen von Flavonoiden in Lebensmitteln
Flavonoide kommen in einer großen Zahl von Lebensmitteln vor, allerdings in sehr unterschiedlichen Konzentrationen. Bei Gemüse und Obst haben Broccoli, Zwiebel und Apfel aber auch Holunder und schwarze Johannisbeere vergleichsweise hohe Gehalte. Der Anteil in Rotwein und Tee ist besonders markant. So enthält ein Glas Rotwein eine vergleichbare antioxidative Aktivität wie zwei Tassen Tee, vier Äpfel oder 20 Gläser Apfelsaft.

Die protektiven Wirkungen der Flavonoide
In zahlreichen Studien wurde der Zusammenhang zwischen koronaren Herzerkrankungen und dem Flavonoidkonsum untersucht. Die meisten dieser Studien weisen auf ein vermindertes Risiko bei Menschen mit hohem Flavonoidkonsum hin. Zur endgültigen Bestätigung dieser Aussage sind allerdings weitere Studien erforderlich. Gleiches gilt für die präventive Wirkung bestimmter Flavonoide gegenüber Krebs, die in zahlreichen Tierversuchen nachgewiesen wurde. Hier fehlen nach wie vor Studien bei Menschen.

Gegenwärtig kann man schlussfolgern, dass Flavonole, Flavone und andere Flavonoide biologisch wirksam sind und dass ihre antioxidative Wirkung positiv zu sehen ist. Die Schutzwirkung gegenüber bestimmten Erkrankungen darf aber nicht gleichgesetzt werden mit einer therapeutischen Wirkung, da es sich grundsätzlich um Lebens- und nicht mit Arzneimitteln handelt. Es soll jedoch betont werden, dass eine ausgewogene Ernährung wichtig ist und Tee hierzu einen sinnvollen Beitrag leisten kann. Denn auch wer sehr viel Tee oder Rotwein trinkt, darf auf Obst und Gemüse nicht verzichten.

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Einfluss der Extraktionszeit und der Extraktionsvorgänge
Dr. rer. Nat. habil. Volker Böhm

Phenolische Inhaltsstoffe sind in pflanzlichen Lebensmitteln weit verbreitete antioxidative Verbindungen. Die Flavonoide die Hauptgruppe der Polyphenole. Verschiedene internationale Studien deuten darauf hin, dass dieser Substanzklasse eine große Bedeutung bei der Verringerung degenerativer Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs zukommt. Dadurch begründen sich die Empfehlungen nach einer höheren Aufnahme dieser Stoffe mit der Nahrung.

Tee als wichtige Quelle für Polyphenole
Tee, eines der meist konsumierten Getränke, ist eine wichtige Quelle für Polyphenole. Frische Blätter des immergrünen Teestrauches bestehen, bezogen auf die Trockensubstanz, zu etwa einem Drittel aus Polyphenolen. Aufgrund der unterschiedlichen Verarbeitungsprozesse unterscheiden sich grüner und schwarzer Tee in der Zusammensetzung der Polyphenole. Während grüner Tee überwiegend Flavonole, Flavandiole und Polycarbonsäuren enthält, sind die Theaflavine und Thearubigene unter den Polyphenolen des schwarzen Tees die dominierende Fraktion. Aber auch die Theaflavine und Thearubigene des schwarzen Tees sind antioxidativ wirksam.

Einfluss der Extraktionszeit auf die antioxidative Aktivität
Die Extraktionszeit hat einen großen Einfluss auf die antioxidative Aktivität von Tee-Extrakten. Mit zunehmender Aufbrühzeit (Ziehzeit) steigen die Phenolgehalte im Tee. Damit verbunden ist die steigende antioxidative Aktivität. Nach einer Ziehzeit von 3 Minuten sind bereits 70 bis 80 Prozent der nach 10 Minuten extrahierten Polyphenole im Tee-Extrakt enthalten. Zwischen grünem und schwarzem Tee ist dabei kein wesentlicher Unterschied festzustellen. Untersuchungen mit 14 schwarzen Tees und 4 grünen Tees ergaben keine grundsätzliche Abweichung in der antioxidativen Aktivität. Die den Verbrauchergewohnheiten entsprechende übliche Ziehzeit von 3 Minuten ist damit auch aus wissenschaftlicher Sicht als optimal anzusehen.

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Dr. Ulrich Engelhardt

Gegenwärtig findet man in den Medien eine Vielzahl von Berichten über Tee - überraschenderweise über den grünen. Das Hauptaugenmerk der Berichterstattung liegt dabei auf seinen gesundheitlichen Wirkungen. Die wenigsten Artikel erwähnen jedoch, daß grüner und schwarzer Tee viele Gemeinsamkeiten haben. Die Stammpflanzen des Tees sind die Teesträucher Camellia sinensis und Camellia assamica. Sowohl grüner als auch schwarzer Tee werden aus dem gleichen Blattmaterial hergestellt. Der grüne Tee ist unfermentiert, wohingegen der schwarze Tee einer Fermentation unterzogen wird. Diese wird durch blatteigene Enzyme hervorgerufen. Bei der Herstellung des grünen Tees werden diese Enzyme unwirksam gemacht und die Fermentation somit unterdrückt. Die Teesorten unterscheiden sich also nur in ihrer Verarbeitung.

Die Inhaltsstoffe, denen man die positiven Wirkungen des Tees zuspricht, sind die Polyphenole (org. aromatische Verbindungen). Der Gesamtgehalt an Polyphenolen im grünen und schwarzen Tee ist fast identisch.

In einer Studie von Henn und Stehle wurden verschiedene Getränke (neben verschiedenen grünen und schwarzen Tees auch Rotwein, Traubensäfte u.a.m.) auf ihre antioxidative Wirkung untersucht. Die Ergebnisse der Untersuchungen haben gezeigt, dass grüner und schwarzer Tee eine vergleichbare Wirkung haben. Die antioxidative Wirkung von grünem und schwarzem Tee hängt vom Gesamtpolyphenolgehalt ab und ist in etwa vergleichbar.

Den Bestandteilen des Tees werden unterschiedliche Wirkungen zugesprochen: antioxidative, anticariogene und anticancerogene Wirkungen. Außerdem schützen sie vor Herzinfarkt und Schlaganfall.

Auf dem 2nd International Symposium on tea and human health, das im September 1998 in Washingon D.C., USA, stattfand, wurde zusammenfassend festgestellt, daß die für den grünen Tee festgestellten Wirkungen zum Großteil auch für den schwarzen Tee gelten. Nach dem gegenwärtigen Stand der Forschungen ist die starke Differenzierung der Wirkungen von grünem und schwarzem Tee also nicht gerechtfertigt. 

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Dr. oec. troph. Eva-Maria Schröder

Seit Jahrhunderten gehören coffeinhaltige Getränke zu den ganz legal anregenden Genussmitteln. Zu den Coffeinlieferaten zählen die Genussmittel Kaffee und Tee, auch Cola-Getränke und Energy-Drinks. Der Coffeingehalt dieser Getränke hängt von der Art der Herstellung ab. Ein Liter Bohnenkaffee enthält 350 - 1100 mg Coffein, während in der gleichen Menge schwarzen Tees lediglich 150 - 350 mg Coffein enthalten sind.

Verteilung und Ausscheidung von Coffein

Die pharmakologische Wirkung von Coffein ist abhängig von der Dosis. 50 - 200 mg wirken beim Erwachsenen anregend, beseitigen Ermüdungserscheinungen und erleichtern den Lernprozess. Bei Mengen über 400 - 500 mg werden unerwünschte Symptome (Herzrasen, Schlaflosigkeit) beobachtet. Coffein wirkt auf alle Teile des Zentralen Nervensystems (ZNS) anregend. Die geistige Aufnahmefähigkeit wird gesteigert, die Müdigkeit verschwindet und die Stimmungslage verbessert sich. Des weiteren erhöht Coffein die Herzleistung, die Blutgefäße werden erweitert und die Ausscheidung von Flüssigkeit (Diurese) wird gesteigert.

Besonderheiten des Coffeins im Tee

Das 1827 erstmals im Tee entdeckte Coffein wurde zunächst als "Thein" bezeichnet. Es kommt im Tee nicht in freier, sondern in gebundener Form vor, was eine andere Aufnahme und Wirkungsweise hervorruft. Während das Coffein im Kaffee zu einer rasch eintretenden, aber auch schnell wieder nachlassenden Anregung führt, bewirkt das Coffein aus dem Tee eine sanftere Anregung, die deutlich länger anhält. Man kann mit Recht sagen: "Tee regt an, aber nicht auf". Außerdem hat der Konsument die Möglichkeit, seine Coffeinaufnahme über die Zubereitungsart und Auswahl seines Tees zu beeinflussen. Bei einer Ziehzeit von zwei bis drei Minuten hat Tee eine anregende Wirkung, danach wirkt er beruhigend auf Magen und Darm.

Wieviel Coffein darf's sein?

Bei coffeinabstinenten Personen kann Coffein zu einem vorübergehenden leichten Blutdruckanstieg führen. Coffein wird aber keine ursächliche Bedeutung bei der Entstehung und Entwicklung von Bluthochdruck beigemessen. Selbst Personen mit hohem Blutdruck können ohne Gefahr 250 - 300 mg Coffein pro Tag aufnehmen. Das entspricht etwa 5 - 6 Tassen Tee.

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1998

Prof. Dr. Irmgard Bitsch

1975 wurde ein Hemmeffekt von Tee auf die Eisenabsorption beim Menschen beobachtet. Als Mechanismus vermutetete die Wissenschaft damals eine Komplexbildung im Dünndarm zwischen den sog. "Tanninen" des Tees, die nicht näher spezifiziert wurden, und dem Nichthämeisen (Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln).

Mechanismus der Eisenkomplexierung
Über den molekuraren Mechanismus der Eisenkomplexierung durch spezielle Teeinhaltsstoffe ist nur wenig bekannt. Es hat sich allerdings bestätigt, dass besondere Verbindungen das Nichthämeisen binden. Das dadurch fixierte Eisen kann im Magen-Darm-Trakt nicht absorbiert werden. Klinische Studien zum Einfluss des Teekonsums auf die Verfügbarkeit des Nahrungseisens und auf den Eisenstatus sind sehr selten. Gut dokumentiert ist dagegen die spezifische Hemmwirkung der Polyphenole des Tees und anderer pflanzlicher Lebensmittel auf die Resorptionsmenge des Nichthämeisens, nicht aber auf die des Hämeisens (Eisen aus tierischen Lebensmitteln).

In einer an israelischen Kindern im Alter von 6 - 12 Jahren durchgeführten Studie wurden verschiedene Parameter des Eisenstoffwechsels, der Teeverbrauch und die Ernährungsgewohnheiten ermittelt. Fazit der Untersuchung war, dass bei Kindern, die Tee trinken, im Vergleich zu denen, die keinen Tee trinken, signifikant häufiger eine Eisenmangelanamie diagnostiziert wurde. Insgesamt lag die Eisenversorgung bei beiden Gruppen deutlich unter der optimalen Zufuhrempfehlung. Ihre Nahrung bestand vorwiegend aus Milch und pflanzlichen Lebensmitteln und enthielt kaum Hämeisen.

Gefahr durch rein pflanzliche Ernährung
Auch andere klinische Studien zeigen, dass eine durch Tee verursachte Eisenmangelanämie immer im Zusammenhang mit einer hämeisenfreien bis hämeisenarmen Ernährung steht. Diese führt zur Entleerung der Eisenspeicher. Begünstigt wird diese Entwicklung durch eine Vitamin-C-arme Ernährung, da Vitamin C die Komplexierung von Eisen mit Polyphenolen verhindert. Neuere Studien belegen, dass durch Teetrinken die Eisenresorption aus Fleischmahlzeiten praktisch nicht beeinträchtigt werden kann. Trotzdem sollte bei einer gemischten Kost und ständig hohem Teekonsum ein größerer Abstand zwischen der Mahlzeit und dem Tee-Konsum eingehalten werden. Somit wird der Kontakt zwischen Nahrungseisen und den Polyphenolen des Tees im Magen-Darm-Trakt minimiert. Bei rein pflanzlicher Ernährung sollte diese Regel noch strikter befolgt werden.

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Prof. Dr. Werner Grosch

Kaum ein Getränk wird so stark mit dem Begriff "Aroma" verbunden wie Tee. Die sensorische Wahrnehmung, die sich dem Teetrinker erschließt, bietet eine nahezu grenzenlose Vielfalt. Die Wissenschaft versucht daher, dem Geheimnis des Tee-Aromas mit modernen Forschungsmethoden auf die Spur zu kommen.

Analyse von Aromastoffen
Neben der anregenden Wirkung bestimmen Geruch und Geschmack den Genusswert des Tees. Das Hauptinteresse der Aromaforschung gilt den Geruchsstoffen der Teesorten. Sie sind für den Sinneseindruck des Tees in seinen unterschiedlichen Ausprägungen verantwortlich. Durch wichtige Fortschritte in der Spurenanalyse haben sich der Aromaforschung seit den 60er Jahren neue Möglichkeiten eröffnet.

Bei schwarzem und grünem Tee wurden bis heute 350 bzw. 700 flüchtige Verbindungen identifiziert. Das wirft die Frage auf, ob wirklich alle gefundenen Verbindungen zum Aroma von grünem und schwarzem Tee beitragen. Die Ursache dafür, dass bestimmte flüchtige Verbindungen als Geruchsstoffe aktiv sind und andere nicht, ist noch weitgehend unklar. Bekannnt ist nur, dass beim Riechen Rezeptoren eine besondere Rolle spielen. Einige weisen offensichtlich eine bestimmte geometrische Struktur auf, zu der der Geruchsstoff wie ein Schlüssel passen muss (Schlüssel-Schloss-Prinzip).

Aromastoffe von Tee
Untersuchungen haben ergeben, daß die höchste Geruchsintensität eine Carbonylverbindung ((Z)-3Hexenal) im grünen Tee und Linalool im schwarzen Tee zeigte. Diese Stoffe gehören zu den Schlüsselaromastoffen von grünem bzw. schwarzem Tee. Linalool riecht blumig und erinnert an Maiglöckchen. Im grünen Tee kommt es in deutlich geringerer Menge als im schwarzen Tee vor. Das Linalool wird durch Fermentation freigesetzt und verleiht dem schwarzen Tee seinen typischen Geschmack. (Z)-3Hexenal, der Schlüsselaromastoff des grünen Tees, wird wegen seines Geruches als "Blätteraldehyd" bezeichnet. Durch die Fermentation nimmt das Aroma des Geruchsstoffes ab.

Die charakterischen Aromen des Tees, die von Geruchsstoffen gebildet werden, kommen auch in anderen Lebensmitteln vor. Die Einmaligkeit des Tees ist jedoch bedingt durch die spezifische Komposition der Geruchsstoffe. Damit der Tee möglichst lange sein Aroma behält, sollte er kühl und trocken gelagert werden.

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Dr. Ulrich Engelhardt

Ebenso wie Rotwein ist Tee, insbesondere der grüne Tee, positiv "ins Gerede" gekommen. Der Grund dafür sind gesundheitliche Wirkungen, die beiden Getränken zugesprochen werden und für die in beiden Fällen die sog. Polyphenole verantwortlich gemacht werden. Als Polyphenole bezeichnet man bestimmte organische Verbindungen wie z.B. Catechine und Flavonoide. Zusammensetzung von Tee

Hauptbestandteile der frischen Teeblätter sind Catechine, Proteine, Zucker, Kalium, Aminosäuren und Coffein. Welche Menge dieser Inhaltsstoffe beim Aufguß in die Tasse gelangt, hängt stark von den Extraktionsbedingungen (Blattgröße, Wassertemperatur, Ziehzeit) ab. Die sog. Flavonoide stellen eine Untergruppe der Polyphenole dar. Dazu gehören z.B. Catechine, Flavone und Flavonole. Flavonoide sind in der Natur sehr weit verbreitet und wurden auch in vielen Obst- und Gemüsesorten nachgewiesen. Für den Tee sind vor allem die Catechine, Flavonolglykoside und im schwarzen Tee auch Theaflavine und Thearubigine von Bedeutung. Auch die Gerbstoffe oder Tannine zählen zu den Polyphenolen. Der Anteil der Catechine an den gesamten Polyphenolen ist beim grünen Tee fast immer deutlich höher als beim schwarzen Tee. Theaflavine hingegen wurden im grünen Tee nicht nachgewiesen. Der Gesamtgehalt der Flavonolglykosiden ist bei beiden Gruppen etwa gleich.

Inhaltsstoffe in Tee und mögliche Wirkungen
Den Inhaltsstoffen im Tee werden anticancerogene, antioxidative und kardio-protective Wirkungen zugesprochen. Zusätzlich gibt es Hinweise auf antibakterielle und blutzuckersenkende Wirkungen von Tee. Antioxidantien sind Substanzen, die im Körper die Oxidation von Fetten verzögern. Die natürlichen Schutzmechanismen des Körpers sind nicht immer ausreichend, so daß eine Unterstützung durch Antioxidantien aus der Nahrung wünschenswert erscheint. Es konnte nachgewiesen werden, daß Teegetränke eine höhere antioxidative Wirkung haben als die meisten Früchte- und Gemüsearten. Sie wirken stärker als die Vitamine C, E und die Carotinoide.

Coronare Herzerkrankungen stellen in der westlichen Welt die häufigste Todesursache dar. Diese Erkrankungen können verschiedene Ursachen haben. Eine davon ist die Oxidation von LDL (low density lipoprotein - eine Cholesterinfraktion im Blut). Tee-Flavonoide stellen einen Oxidationsschutz des LDL dar. Durch Flavonoide werden außerdem Enzyme, die zur Bildung von Plaque benötigt werden, gehemmt.

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Dr. Barbara Bertram

Ebenso wie Rotwein ist Tee, insbesondere der grüne Tee, positiv "ins Gerede" gekommen. Der Grund dafür sind gesundheitliche Wirkungen, die beiden Getränken zugesprochen werden und für die in beiden Fällen die sog. Polyphenole verantwortlich gemacht werden. Als Polyphenole bezeichnet man bestimmte organische Verbindungen wie z.B. Catechine und Flavonoide. Zusammensetzung von Tee

Hauptbestandteile der frischen Teeblätter sind Catechine, Proteine, Zucker, Kalium, Aminosäuren und Coffein. Welche Menge dieser Inhaltsstoffe beim Aufguß in die Tasse gelangt, hängt stark von den Extraktionsbedingungen (Blattgröße, Wassertemperatur, Ziehzeit) ab. Die sog. Flavonoide stellen eine Untergruppe der Polyphenole dar. Dazu gehören z.B. Catechine, Flavone und Flavonole. Flavonoide sind in der Natur sehr weit verbreitet und wurden auch in vielen Obst- und Gemüsesorten nachgewiesen. Für den Tee sind vor allem die Catechine, Flavonolglykoside und im schwarzen Tee auch Theaflavine und Thearubigine von Bedeutung. Auch die Gerbstoffe oder Tannine zählen zu den Polyphenolen. Der Anteil der Catechine an den gesamten Polyphenolen ist beim grünen Tee fast immer deutlich höher als beim schwarzen Tee. Theaflavine hingegen wurden im grünen Tee nicht nachgewiesen. Der Gesamtgehalt der Flavonolglykosiden ist bei beiden Gruppen etwa gleich.

Inhaltsstoffe in Tee und mögliche Wirkungen

Den Inhaltsstoffen im Tee werden anticancerogene, antioxidative und kardio-protective Wirkungen zugesprochen. Zusätzlich gibt es Hinweise auf antibakterielle und blutzuckersenkende Wirkungen von Tee. Antioxidantien sind Substanzen, die im Körper die Oxidation von Fetten verzögern. Die natürlichen Schutzmechanismen des Körpers sind nicht immer ausreichend, so daß eine Unterstützung durch Antioxidantien aus der Nahrung wünschenswert erscheint. Es konnte nachgewiesen werden, daß Teegetränke eine höhere antioxidative Wirkung haben als die meisten Früchte- und Gemüsearten. Sie wirken stärker als die Vitamine C, E und die Carotinoide.

Coronare Herzerkrankungen stellen in der westlichen Welt die häufigste Todesursache dar. Diese Erkrankungen können verschiedene Ursachen haben. Eine davon ist die Oxidation von LDL (low density lipoprotein - eine Cholesterinfraktion im Blut). Tee-Flavonoide stellen einen Oxidationsschutz des LDL dar. Durch Flavonoide werden außerdem Enzyme, die zur Bildung von Plaque benötigt werden, gehemmt.i ausgehungert.

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