Wissenschaftlicher
Informationsdienst Tee (W.I.T.)

Der "Wissenschaftliche Informationsdienst Tee" richtet sich an Journalisten und Wissenschaftler, die sich ausführlich über Spezial-Themen rund um den Tee informieren wollen.

Morphologie, Inhaltsstoffe und Verwendung
Diplom-Biologin Franziska Wülfing, Universität Hamburg, Biozentrum Klein Flottbek und Botanischer Garten, Abt. Angewandte Pflanzenökologie und Biodiversität der Nutzpflanzen

Die in China beheimatete Teepflanze Camellia sinensis (L.) KUNTZE ist dort bereits seit 2700 v. Chr. bekannt. Der aus ihren Blättern und Blattknospen („two leaves and a bud“) gewonnene Aufguss weist eine lange Nutzungsgeschichte auf und ist heute eines der meist konsumierten Getränke der Welt. Aktuell richtet sich das Interesse jedoch auch zunehmend auf die Blüten der Teepflanze, deren Verwendung in den traditionell Tee anbauenden Ländern wie China oder Japan lange bekannt, in der hiesigen Lebensmittelindustrie bislang jedoch wenig verbreitet ist. Wurden noch bis in jüngster Vergangenheit die Teeblüten im Zuge der Produktion als Abfallprodukt verworfen, entwickelt sich neuerlich ein zunehmendes Bewusstsein für deren wirtschaftliche Bedeutung.

In den vergangenen Jahren war eine Vielzahl wissenschaftlicher Arbeiten darauf ausgerichtet, die Blüten der Teepflanze sowie deren Knospen auf ihre Inhaltsstoffe und deren Wirkungen hin zu untersuchen. Daraus resultierend ist heute bekannt, dass Teeblüten ähnlich zusammengesetzt sind wie Teeblätter und ebenfalls über entsprechende gesundheitsfördernde Eigenschaften verfügen.

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Cordelia Renk, M.Sc. Nutritional Sciences, Deutscher Teeverband e.V., Hamburg

Tee wird seit langer Zeit nicht nur als Getränk, sondern auch aufgrund seiner verschiedenen positiven gesundheitlichen Wirkungen hoch geschätzt. Wissenschaftler aus aller Welt befassen sich mit der Erforschung der Effekte, die Tee auf die menschliche Physiologie ausüben kann. Unter anderem wird diese Forschung in Form von sogenannten klinischen Studien betrieben.

Die Ernährungswissenschaftlerin Frau Renk erläutert in ihrem Beitrag die Bedeutung und den Zugang zu klinischen Studien und gibt eine übersicht zu klinischen Studien mit Tee, die in der derzeit umfangreichsten Datenbank klinischer Studien verzeichnet sind.

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Prof. Dr. Dr. Dr. med. habil. Hanns Hatt, Institut für Zellphysiologie der Ruhr-Universität-Bochum

Tee mit allen Sinnen wahrnehmen – Der Genuss des seit Jahrhunderten beliebten Getränks ist mehr als nur das Trinken an sich. Erst die Wahrnehmung mit mehreren Sinnen macht das Teetrinken zu einem besonderen Erlebnis.

Prof. Dr. Dr. Dr. Hatt untersucht die komplexen Vorgänge, die im menschlichen Körper bei der Aufnahme von Tee ablaufen unter besonderer Berücksichtigung des Geschmacks- und Geruchssinns.

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Prof. Dr. Ulrich H. Engelhardt

Wo liegt der Unterschied zwischen „schwarz“, „grün“ und „weiß“, zwischen Thein und Koffein bzw. heißt es nun „Gerbstoffe“ oder Tannine? Was versteht man unter dem Phänomen „tea cream“? Wie hoch ist der Vitamin- und Koffeingehalt? Ist Koffein ein Flüssigkeitsräuber? Diese und viele andere Fragen rund um den Tee werden regelmäßig immer wieder gestellt.

Prof. Dr. Ulrich H. Engelhardt, Institut für Lebensmittelchemie, Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig, will bei der Beantwortung dieser und weiterer Fragen helfen. Er nimmt in diesem Beitrag Bezug auf einige vorausgehende Artikel im W.I.T, in denen die Themenkomplexe ausführlicher behandelt werden.

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Wencke Orbán

Tee ist nach Wasser das beliebteste und meistgetrunkene Getränk der Welt. Im Laufe seiner Geschichte hat das Heißgetränk zahlreiche Kulturen geprägt. Doch was versteht man eigentlich genau genommen unter dem Begriff „Tee“ und woher kommt die Bezeichnung? Tee, thé oder tea sind zum Beispiel überall dort zu hören, wo das Getränk auf dem Seeweg von Südchina nach Europa gelangt ist. Bezeichnungen wie Chai oder Tschay sind hingegen in den Ländern zu finden, die den Tee auf dem Landweg importierten. Die heutige Fach- und Handelssprache im internationalen Teegeschäft ist wiederum stark vom Englischen geprägt.

Diplom-Übersetzerin Wencke Orbán betrachtet in ihrem Beitrag das komplexe und facettenreiche Fachgebiet Tee aus sprachlicher und sprachwissenschaftlicher Sicht. Dabei analysiert sie auch die Charakteristika der deutschen Fachtermini.

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Prof. Dr. Dietmar Rothermund

Tee ist ein überaus wandlungsfähiges Getränk, das - je nach Sitten, Besonderheiten und Kultur des jeweiligen Landes - vom traditionellen Kulturgut bis hin zum schnellen Durstlöscher weltweit einen festen Platz in der Gesellschaft einnimmt. Von seiner chinesischen Heimat trat der Tee einen Siegeszug um die Welt an. Dabei erlebte er viele Wandlungen. In China trank man seit Jahrtausenden meist grünen Tee, der nur mit Wasser zubereitet wurde. Das gleiche gilt für Japan. Die Ostindiengesellschaft brachte das Heißgetränk Anfang des 17. Jahrhundert nach Europa. Mit Zucker und Milch genossen wurde er im 18. Jahrhundert zum Volksgetränk der Briten. Mitte des 19. Jahrhunderts startete dann in Indien der professionelle Teeanbau. Auch hier hat sich eine gewisse Teekultur entwickelt.

Prof. Dr. Dietmar Rothermund, Heidelberg, beschreibt in seinem Beitrag den Stellenwert, den Tee im Laufe der Jahrhunderte als Genussmittel und Wirtschaftsfaktor erlangte.

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Arten, Mechanismen und Aspekte im Rahmen des Schädlingsbefalls
Diplom-Agraringenieur Alexander Wirsig

Tee ist vielen Schädlingen ausgesetzt und benötigt intensive Pflanzenschutzmaßnahmen. Häufig vergessen wird dabei, dass auf einer Teeplantage auch eine Fülle von Nützlingen auftreten, die zum Schutz der Teepflanze beitragen.

Struktur und Dynamik des Ökosystems Teeplantage variieren in zeitlicher und räumlicher Hinsicht wie auch in Bezug auf ihre Entwicklungsstrategie. Während in der Vegetationsruhe des Tees, von Ende Oktober bis Anfang März, die Anzahl der Schädlinge und Nützlinge gering ist, erhöht sie sich im Vormonsun kontinuierlich bis Ende Mai und steigt schließlich in der Regenzeit überproportional an - bis hin zur Massenvermehrung. Modernes Teemanagement integriert bewusst die bekannten Rückkoppelungen zur ökologischen Selbstregulation und vermeidet auf diesem Wege den Schädlingsbefall.

Diplom-Agraringenieur Alexander Wirsig, vom Institut für Agrarökologie in den Tropen und Subtropen der Universität Hohenheim, erläutert in seinem Beitrag das ökologische Modell der Teeplantage. Dabei zeigt er die vielen wechselseitigen Beeinflussungen zwischen Nützlingen und Schädlingen sowie ihre Beziehung zu der Teepflanze auf. Er zeigt, dasa, aufbauend auf den Ergebnissen einer umfassenden Analyse der Beziehungen zwischen Teepflanze und Schädlingen bzw. Nützlingen, angepasste Verfahren zur biologischen Schädlingsbekämpfung entwickelt werden können. Auch Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf die Mechanismen des Ökosystems können präziser bestimmt werden, indem bestimmte Schlüsselarten als ökologische Indikatoren eingesetzt werden.

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