Die Wirkung des Tee-Inhaltsstoffs EGCG gegen Eiweißablagerungen bei Parkinson, Alzheimer und anderen Erkrankungen
Von Dr. rer. nat. Dagmar E. Ehrnhöfer, Centre for Molecular Medicine and Therapeutics, University of British Columbia, Vancouver, Canada

Catechine gehören zu den Hauptinhaltsstoffen von Grünem Tee. Epigallocatechin-gallat (EGCG) ist ihr Hauptvertreter in Grüntee und gilt als eines der pharmakologisch aktivsten Tee-Polyphenole. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass der Tee-Inhaltsstoff EGCG eine hemmende Wirkung auf Proteinablagerungen hat, die als charakteristisches Merkmal für Alzheimer, Parkinson, Chorea Huntington oder Prionenerkrankungen wie die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit gelten. Auch bei der Übertragung von HIV spielen Bestandteile von sogenannten amyloiden Aggregaten eine Rolle. EGCG wird die Fähigkeit zugeschrieben, sowohl die Bildung amyloider Proteinaggregate zu verhindern als auch bestehende aufzulösen. Dies lässt den Tee-Inhaltsstoff zu einem Hoffnungsträger im Kampf gegen diverse Erkrankungen werden.

Dr. Dagmar Ehrnhöfer erläutert im folgenden Beitrag die Wirkungsweise von EGCG auf die amyloide Proteinaggregation, gibt einen Überblick der Krankheiten, die dieses Merkmal aufweisen, und diskutiert das Potenzial des Tee-Inhaltsstoffs, zur Quelle für Behandlungsansätze zu werden.

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Dr. Sabine Westphal, Universität Bielefeld, Fachbereich Chemie, Arbeitskreis Biochemie I, Bielefeld

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) sind weit verbreitet und treten typischerweise zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr erstmals auf. Diese Erkrankungen zeichnen sich durch immer wiederkehrende oder dauerhafte Entzündungen im Darmbereich aus. Obwohl die Ursachen für CEDs noch nicht ausreichend bekannt sind, zeichnet sich ab, dass der regelmäßige Genuss von Grünem Tee die Heilung unterstützen kann.

Frau Dr. Sabine Westphal von der Universität Bielefeld erläutert das Krankenbild chronisch entzündlicher Darmerkrankungen und zeigt Behandlungsmöglichkeiten und deren Wirkung auf, vornehmlich in Bezug auf das in Grünem Tee enthaltene antiinflammatorisch-wirkende Epigallocatechin-3-gallat.

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Dr. oec. troph. Heike Raab, Krankenhaus Sachsenhausen, Frankfurt am Main

Diabetes gehört mittlerweile zu den am weitesten verbreiteten chronischen Krankheiten in Deutschland. Es handelt es sich vor allem um Diabetes mellitus Typ 2, also jenen Typ Diabetes, der aufgrund ungünstiger Essgewohnheiten und zu wenig körperliche Bewegung entsteht. Erkrankte oder potenziell Betroffene können ihren Insulinspiegel aber durch eine Änderung der Lebens- und Ernährungs- gewohnheiten positiv beeinflussen. In diesem Zusammenhang wurde schon mehrfach untersucht, inwiefern der Genuss von Tee eine positive Wirkung hinsichtlich einer verzögerten Entstehung von Diabetes und auf den Krankheitsverlauf haben kann.

Frau Dr. oec. troph. Heike Raab fasst die wichtigsten Studien und Ergebnisse über die physiologischen Effekte von Tee in der Diabetesprävention und bei bestehender Diabeteserkrankung zusammen und erörtert mögliche zugrundeliegende Mechanismen für die positive Wirkung von Tee.

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Ergebnisse einer Diät-kontrollierten amerikanischen Untersuchung
Dr. oec. troph. Eva-Maria Schröder, Ernährungs-Beratungs-Service, Tutzing

Verschiedene Studien haben in der Vergangenheit das antioxidative und cholesterinsenkende Potenzial von Tee-Flavonoiden dargelegt. Schwarzer Tee gehört dabei zu den größten Flavonoidquellen in unserer Ernährung. Die amerikanische Forschungsgruppe um Michael J. Davies, Beltsville Human Nutrition Research Centre (USDA), Maryland (USA) hat den Einfluss des Schwarzteekonsums unter anderem auf den Cholesterinspiegel im Rahmen einer kontrollierten Diät erstmals genau geprüft. Dabei zeigt sich, dass Schwarzer Tee nicht nur das Gesamtcholesterin signifikant senkt, sondern auch das LDL-Cholesterin – sowohl im Placebo-Vergleich mit und ohne Koffein.

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Prof. Dr. Sepp Porta, Institut für Angewandte Stressforschung, Bad Radkersburg, Österreich; Institut für Pathophysiologie, Medizinische Universität Graz, Österreich

Seit langem ist bekannt, dass Tee nicht nur anregend, sondern auch entspannend wirkt. Diese relaxierende Wirkung, die Wissenschaftler den im Tee enthaltenen Polyphenolen zuschreiben, wurde jetzt objektiv anhand verschiedener physischer Parameter gemessen. Die Ergebnisse lassen vermuten, dass Tee zum einen direkt über antioxidative und enzymaktivierende Wirkungen pathologisch schnelle Lipidoxidation verhindern und damit auch das Risiko für Arteriosklerose senken kann. Zum anderen kann Tee über die zentralberuhigende Wirkung kardiovaskuläre Schäden verringern bzw. hinauszögern. Die Polyphenole im Tee könnten demnach auf zweifache Weise den Stresseffekten entgegenwirken.

Prof. Dr. Sepp Porta vom Institut für Angewandte Stressforschung in Bad Radkersburg in Österreich kommentiert im folgenden Beitrag eine aktuelle Publikation der Forschungsgruppe um Andrew Steptoe, University College of London (GB) und stellt diese in Korrelation zu eigenen Ergebnissen.

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Dr. oec. troph. Eva-Maria Schröder

Den in Tee enthaltenen polyphenolischen Substanzen werden zahlreiche protektive Wirkungen hinsichtlich verschiedener Erkrankungen zugeschrieben. Epidemiologische und experimentelle Studien in Zell- und Tiermodellen zeigen u.a. anti-inflammatorische, anti-virale, anti-neoplastische und anti-atheriosklerotische Effekte, die vor allem auf die antioxidative Wirkung der Polyphenole zurückgeführt werden.

Die Ernährungs- und Gesundheitswissenschaftlerin Dr. oec. troph. Eva-Maria Schröder gibt in ihrem Beitrag einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand sowie relevante Forschungsergebnisse der letzten Jahre, die auch in verschiedenen W.I.T-Ausgaben besprochen wurden.

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Prof. Dr. Peter Stehle

Eine aktuelle japanische Kohorten-Studie mit mehr als 40.000 Teilnehmern bestätigt die Ergebnisse früherer Untersuchungen im Hinblick auf die anti-atheriosklerotischen Effekte des Grünen Tees. Den Ergebnissen zufolge wirkt der Konsum von Grünem Tee nicht nur positiv in Bezug auf kardiovaskuläre Erkrankungen als Todesursache, sondern auch auf das Absinken der Mortalitätsrate insgesamt. Die Wissenschaftler ermittelten im Rahmen der Untersuchung, dass bereits bei einer Aufnahme von täglich ein bis zwei Tassen Grünem Tee ein präventiver Effekt nachzuweisen ist.

Prof. Dr. Peter Stehle, Ernährungsphysiologe am Institut für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften der Universität Bonn, fasst in seinem Beitrag Studiendesign und Methodik zusammen und stellt die zentralen Ergebnisse hinsichtlich der protektiven Eigenschaften von Grünem Tee vor.

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Prof. Siegfried Knasmüller, Mag. Julia Bichler, Heike Winter, Mag. Veronika Ehrlich

Eine aktuelle Studie aus Stockholm berichtet, dass Teekonsum möglicherweise das Auftreten von Eierstockkrebs positiv beeinflusst. Im Rahmen der 15 Jahre andauern den Studie wurden über 60.000 Frauen beobachtet. Aus den Ergebnissen lässt sich schließen, dass der Konsum von einer Tasse Tee pro Tag das Risiko, an Ovarialkrebs zu erkranken, um 18 Prozent reduziert. Diese epidemiologische Studie von Larsson und Wolk wird für Grüntee zusätzlich durch In-vitro-Befunde unterstützt, die eine Hemmung der Teilung von Ovarialkarzinomzellen zeigen. Auch Humanstudien zur Reduktion des Östrogenspiegels untermauern die Beobachtungen der schwedischen Studie.

Prof. Siegfried Knasmüller und weitere Mitarbeiter des Instituts für Krebsforschung der Medizinischen Universität Wien beleuchten in ihrem Beitrag ausführlich die relevanten Studien und fassen deren Ergebnisse zusammen.

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Mögliche Rolle bei der Behandlung der Multiplen Sklerose
Dr. med. Orhan Aktas

Mehrere unabhängige Studien beschreiben bereits die günstigen Effekte von Epigallo katechin-3-Gallat (EGCG), einem Hauptinhaltsstoff des grünen Tees, auf Entzündungsprozesse. Andere Studien belegen eine neuroprotektive Wirkung von EGCG. Daher liegt die Vermutung nahe, dass EGCG die zerstörerischen Krankheitsprozesse der Multiplen Sklerose, einer der häufigsten chronisch entzündlichen Erkrankungen des zentralen Nervensystems, von zwei Seiten angreifen könnte. Dieser Vermutung geht eine aktuelle Studie des Instituts für Neuroimmunologie an der Charité in Berlin nach: Sie untersucht die Wirksamkeit der Substanz im Tiermodell der MS und in Kul turen von menschlichen Immun- und Nervenzellen.

Dr. med. Orhan Aktas, Leiter der Studie, fasst in seinem Beitrag die Studie zusammen und kommt zu dem Ergebnis, dass EGCG sowohl ein fehlgeleitetes Immunsystem dros seln, als auch Neurone vor schädlichen Einflüssen des Immunsystems schützen kann.

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Dr. oec.troph. Eva-Maria Schröder

Legten bereits verschiedenen Studien einen Zusammenhang zwischen Teekonsum und einer niedrigeren Sterblichkeit bei Menschen mit Herz-Gefäßerkrankungen nahe, so betrachteten nunmehr US- amerikanische Wissenschaftler den Effekt des Teetrinkens auf die Sterblichkeit nach einem akuten Herzinfarkt. In die Auswertung der unter dem Titel „The Determinants of Myocardial Infarction Onset Study“ veröffentlichten Studie gingen Daten von 1900 Personen ein, die im Zeitraum von 1989 bis 1994 u. a. auch insbesondere erstmals zu ihrem Teekonsum im Jahr vor ihrem Herzinfarkt befragt wurden. Das Ergebnis zeigt sowohl für die Gesamtsterblichkeit als auch für die kardiovaskuläre Sterblichkeit, dass Teetrinken mit einem längeren Überleben nach akutem Herzinfarkt verbunden war. Teetrinken hat also einen schützenden Effekt.

Diplom-Ökotrophologin Dr. Eva-Maria Schröder erläutert in ihrem Beitrag die Studie ausführlich und fasst deren Erkenntnisse zusammen.

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Mechanismen der Krebsprävention?
Prof. Dr. Ralf Stohwasser und Dr. Ina Oehme

In den vergangenen Jahren ist das wissenschaftliche Interesse an Tee, insbesondere an grünem Tee, enorm gestiegen. Dabei wurden ihm unter anderem antioxidative, antivirale, antimikrobielle und antikarzinogene Eigenschaften zugesprochen, für die in erster Linie die enthaltenen Polyphenole zuständig sein sollen. Aktuelle Forschungsergebnisse deuten jetzt darauf hin, dass die polyphenolischen Substanzen ihre schützenden Wirkungen über eine Beeinflussung der eiweißspaltenden Enzyme (Proteasen wie z.B. dem Proteasom) entfalten. Es wurde gezeigt, dass das Polyphenol Epigallocatechingallat (EGCG) sowohl die Tumorzellinvasion hemmt als auch die Aktivität von bestimmten eiweißspaltenden Enzymen (Metalloproteasen), welche häufig in metastasierenden Tumoren und bei der Tumor-Angiogenese übermäßig stark ausgebildet sind.

Prof. Dr. Ralf Stohwasser und Dr. Ina Oehme vom Fachbereich Bio-, Chemie- und Verfahrenstechnik an der Fachhochschule Lausitz in Senftenberg befassen sich in ihrem Beitrag mit der Hemmung intra- und extrazellulärer Proteasen durch Tee-Polyphenole und der daraus resultierenden Bedeutung für die Krebsprävention.

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Dr. oec.troph. Eva-Maria Schröder

Eine Studie der Universität Newcastle, Großbritannien, deutet darauf hin, dass Tee eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung und Behandlung von Demenz bzw. der Alzheimer-Krankheit spielen könnte. Der Untersuchung zufolge hat der Konsum von grünem und schwarzem Tee möglicherweise positive Auswirkungen auf bestimmte Botenstoffe im Gehirn. In vitro zeigte Tee eine hemmende Wirkung auf die Aktivität der abbauenden Enzyme, wodurch die Acetylcholinkonzentration, die bei der Alzheimer Krankheit erniedrigt ist, wieder steigen könnte.

Diplom-Ökotrophologin Dr. Eva-Maria Schröder fasst in ihrem Beitrag die Ergebnisse der Labor-Studie der englischen Forschergruppe um Edward J. Okello von der Universität von Newcastle zusammen.

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Dr. Barbara Bertram, Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg

Bis zum Jahr 2020 rechnet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit einer Verdoppelung aller Krebserkrankungen. Magenkrebs steht dabei in der Häufigkeit an fünfter Stelle aller bösartigen Neubildungen, Tumoren des Dickdarms bei Frauen an zweiter Stelle und bei Männern an dritter Stelle. Seit den 90er Jahren beschäftigt sich die Krebsforschung zunehmend mit den Mechanismen präventiver Teeinhaltsstoffe. Für die krebsvorbeugende Wirkung sind vor allem die Polyphenole im Tee von Bedeutung.

Dr. Barbara Bertram vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg stellt dar, wie Tee vor Tumoren im Magen und Darm schützen kann. 

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Dr. rer. nat. habil. Volker Böhm

Tee, eines der meist konsumierten Getränke, wird als wichtige Quelle für Polyphenole angesehen. Dieser Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe wird in verschiedenen Studien, unter anderem aufgrund ihrer antioxidativen Wirkungen, ein protektiver Effekt vor allem gegenüber Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs zugeschrieben. Während grüner Tee überwiegend Flavanole, Flavandiole und Phenolcarbonsäuren enthält, sind die polymeren Theaflavine und Thearubigene die Hauptpolyphenole des schwarzen Tees. Untersuchungen an der Universität Jena ergaben, dass grüne und schwarze Tees vergleichbar antioxidativ wirksam sind. Neben der Sorte hatte in einer weiteren Studie die Aufbrühzeit einen großen Einfluss auf die antioxidative Aktivität von Tee-Extrakten. Mit zunehmender Extraktionszeit stiegen sowohl die Gesamtphenolgehalte als auch das antioxidative Potential.

In einer Humanstudie unter Leitung von Dr. Böhm mit vier männlichen Probanden wurde die protektive Wirkung des Teekonsums geprüft. Die antioxidative Aktivität der drei Tees wurde anhand von Plasma- und Harnproben überprüft. Nach Konsum von grünem Tee, Oolong-Tee und schwarzem Tee ist im Plasma der vier untersuchten Probanden keine deutliche Veränderung der antioxidativen Aktivität festgestellt worden. So werden z. B. Catechine entweder konjugiert oder schnell verstoffwechselt zu kleineren Molekülen. Diese Stoffwechselprodukte werden in den Blutkreislauf zurückgeführt oder über den Urin ausgeschieden. Letzteres kann u.a. am signifikanten Anstieg der antioxidativen Aktivität im Harn der Probanden nach Konsum der drei Tees festgestellt werden. So wurden unter anderem Veränderungen der Gehalte an Gallussäure, 2,3-Dihydroxybenzoesäure und 2,5-Dihydroxybenzoesäure im Harn ermittelt. Momentan laufende flüssigchromatographische Analysen der Plasma- und Harnproben sollen Aufschluss über Veränderungen der Gehalte antioxidativ wirksamer Verbindungen nach Teekonsum geben. 

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Ergebnisse der Rotterdam Studie*
Dr. oec. troph. Eva-Maria Schröder

Als präventive Faktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden seit einiger Zeit bestimmte antioxidativ wirkende Inhaltsstoffe von Tee diskutiert, die Flavonoide. Ergebnisse einer neuen epidemiologischen Studie, der Rotterdam Studie*, werden vorgestellt. Positive Effekte von Tee-Flavonoiden auf arteriosklerotische Veränderungen konnten festgestellt werden, die einen Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen wahrscheinlich machen.

Flavonoide und Herzschutz
Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden nach heutigem Wissen mit erhöhtem oxidativen Stress in Zusammenhang gebracht, der zu einer Oxidation von LDL (low density lipoprotein, einer cholesterinreichen Verbindung im Blut) führt. Oxidiertes LDL führt zu vermehrter Kalkablagerung in den Gefäßwänden. Tee-Flavonoide, stellen einen Oxidationsschutz für LDL dar. Eine Reihe von epidemiologischen Studien weisen auf ein vermindertes Herz-Kreislauf-Risiko bei Menschen mit hohem Flavonoid-Konsum über Tee hin.

Die Rotterdam Studie

Zur Untersuchung der hier relevanten Fragestellung, nämlich ob und wie weit Teekonsum einen Einfluss auf das Herz-Kreislauf-Risiko hat, wurden Nahrungs- und Getränkeaufnahme der Studienteilnehmer erfasst. Im Verlauf der Studie wurden zudem die Kalkablagerungen der Bauchaorta durch Röntgen erfasst.

Ergebnisse

Probanden ohne Arteriosklerose tranken, im Trend signifikant, mehr Tee als Personen mit einer Aortenverkalkung. Der Teekonsum war am geringsten in der Gruppe mit der stärksten arteriosklerotischen Veränderung. 84 % der Männer und 91 % der Frauen waren Teetrinker, wobei die weiblichen Probanden mit 3,5 Tassen/Tag durchschnittlich einen etwas höheren Konsum als die Männer (3 Tassen/Tag) verzeichneten. Teetrinker verhielten sich insgesamt signifikant "gesünder" hinsichtlich Rauchen, Körpergewicht (BMI), Alkohol- und Kaffeegenuss sowie Fett- und Energieaufnahme.

* Geleijnse,J., Launer,L., Hofman, A., Pols, H., Witteman,J.: Tea Flavonoids May Protect Against Atherosclerosis (Arch.Intern.Med. Vol 159, Oct 11, 1999: 2170-2173)

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Dr. Ulrich Engelhardt

In Europa sind ca. 95 % der Bevölkerung von Karies betroffen. Sie entsteht durch die Störung des Gleichgewichts von De- und Remineralisation der Zahnhartsubstanz. Als wichtigem Bestandteil der Remineralisierung wird Fluorid eine kariespräventive Wirkung zugeordnet. Es gibt vergleichsweise wenig Lebensmittel, die höhere Gehalte an Fluorid aufweisen. Eine nennenswerte Ausnahme bildet Tee. Sowohl grüner als auch schwarzer Tee können einen wesentlichen Beitrag zur täglichen Fluoridzufuhr leisten. In Tee sind zudem Polyphenole enthalten, die die Plaquebildung verringern und somit zur Zahngesundheit beitragen.

Die Entstehung von Zahnkaries
Vereinfacht dargestellt entsteht Karies wie folgt: Nahrungsmittel, die niedermolekulare Kohlenhydrate (Zucker) enthalten, werden von den Bakterien des Zahnbelages ("Plaque") zersetzt. Ein Produkt dieser Zersetzung sind organische Säuren, durch die der pH-Wert in der Plaque gesenkt wird. Diese Säuren lösen die Zahnsubstanz an, und es tritt ein Verlust an Mineralstoffen (Demineralisierung) ein. Falls keine Remineralisation eintritt, kommt es dadurch zu Defekten bei der Zahnhartsubstanz und Karies kann entstehen.

Fluorid in Tee und Teegetränken
Fluorid ist ein Bestandteil unserer Nahrung, welchem eine kariespräventive Wirkung zugerechnet wird. Man geht davon aus, dass Fluorid in Mengen von etwa 1-4 mg täglich aufgenommen werden sollte. Es gibt jedoch nur wenig Lebensmittel mit höherem Fluoridgehalt. Für die meisten werden Werte von unter 1 mg/100 g angegeben. Die Fluoridgehalte in Tee und Teegetränken sind im Vergleich zu anderen Lebensmitteln hoch, wie beispielhaft an verschiedenen Teegetränken des japanischen Marktes gezeigt wird: 0,5 - 0,9 mg/L bei grünem Tee, 0,75 -1,5 mg/L bei Oolong Tee und 0,5-2,2 mg/L für schwarzen Tee. Allerdings kann es bei zu hoher Fluoridaufnahme zu einer Fluorose kommen. Darunter versteht man einen gefleckten und porösen Zahnschmelz, der sich durch Einlagerung von organischen Bestandteilen oft gelb verfärbt. Zur Entstehung einer Fluorose bedarf es ungewöhnlich hoher Fluoridkonzentrationen über einen längeren Zeitraum. Bei "normalem" Teekonsum besteht jedoch keine Gefahr einer Fluorose, vielmehr wird ein Beitrag zur Remineralisierung der Zähne geleistet.

Polyphenole
Für Tee ist zusätzlich festzustellen, dass nicht allein der Fluoridgehalt kariespräventiv ist, sondern dass auch die Polyphenole, wie z.B. Epigallocatechingallat (EGCG), einen Beitrag dazu leisten, der allerdings auf einem komplett anderen Mechanismus beruht. Im Falle des EGCG ist die Hemmung der Enzyme von Bakterien die Ursache für die Schutzwirkung. Die Glycosyltransferase der Bakterien wird vermindert. Dadurch wird die Bildung der Plaque gemindert und somit eine Kariesvorbeugung erreicht. 

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Dr. Barbara Bertram

Krebs ist eine in vielen Fällen langwierige und schwer behandelbare Krankheit, die mit massiven Zellveränderungen einhergeht. Krebs zu bekämpfen heißt, nicht erst bei der vorhandenen Erkrankung einzugreifen, sondern schon präventiv tätig zu werden. Es gilt daher, nicht nur krebserzeugende Substanzen (Asbest, Rauchen) zu meiden, sondern auch auf die Aufnahme von Lebensmittelinhaltsstoffen zu achten, die auf natürliche Weise Krebs vorbeugen. Tee wirkt auf viele Arten hemmend auf die Tumorentstehung oder das Tumorwachstum. Eine wohlschmeckende Tasse Tee kann also zur Gesundheit beitragen.

Vorbeugende Wirkung von Tee gegen Krebs
Grüner und schwarzer Tee waren in den letzten Jahren Gegenstand zahlreicher Untersuchungen zur Prävention von Krankheiten. Im Folgenden sollen in Form einer Übersicht die wichtigsten präventiven Wirkungen und die zugrundeliegenden Mechanismen aufgezeigt werden. Tee und seine Inhaltsstoffe, allen voran das Epigallocatechingallat (EGCG), zeigten sich in zahlreichen Versuchen als sehr effektiv bei der Hemmung von Tumoren. Wie neueste Erkenntnisse zeigen, wirkt Tee nicht nur vorbeugend, sondern schützt auch noch nach dem Auftreten von Tumoren. So wiesen Frauen, die täglich unter 5 Tassen Tee tranken, innerhalb von sieben Jahren nach der Diagnose Brustkrebs im Stadium 1 - 2 und nachfolgender Behandlung eine Rückfallquote von 24,3 % auf. Bei Frauen, die täglich über 5 Tassen Tee tranken, sank die Rückfallquote auf 16,7 %. Eine 1986 begonnene Studie an über 8500 Menschen in Japan ergab, dass bei Genuss von über 10 Tassen Tee / Tag das Krebsrisiko deutlich niedriger war. Das Auftreten von Tumoren war um 3 bzw. 6 Jahre hinausgezögert.

Mechanismen der Wirkung
Bezüglich der Mechanismen, die den oben beschriebenen Wirkungen zugrunde liegen, hat die Krebsforschung in den letzten Jahren entscheidende Erkenntnisse gewonnen. Dazu zählen die Hemmung von Enzymen, die chemische Stoffe zu krebserzeugenden Stoffen aktivieren, die verminderte Entstehung von krebserzeugenden Nitrosoverbindungen, die Aktivierung entgiftender Enzyme sowie die Hemmung proteolytischer Enzyme, die eine wichtige Rolle bei der Verringerung der Metastasierung von Tumoren spielen.

1. Hemmung der Signalübertragung
Die Signalübertragung ist für lebenswichtige Vorgänge in der Zelle von Bedeutung, z. B. für Stoffwechsel, Wachstum und Teilung. Sie wird durch die Reaktion eines Botenstoffs mit einem spezifischen Rezeptor in der Zellmembran in Gang gesetzt. Für EGCG ist beschrieben, dass es das bei der Signalübertragung wichtige Enzym Proteinkinase C hemmt.

2. Hemmung der Krebszellteilung
Krebszellen unterscheiden sich von gesunden Zellen vor allem darin, dass sie sich fortwährend teilen. Die Hemmung von Enzymen, die Zellteilungsprozesse steuern, ist daher bei der Krebsprävention von besonderer Bedeutung.

3. Krankhaft veränderte Zellen
In Krebszellen funktionieren einige Vorgänge, die für die Funktion der Zelle bedeutsam sind, nicht mehr. Dazu gehören zum Beispiel das Gen p53 und der programmierte Zelltod. Das Gen p53 unterdrückt die Umwandlung gesunder Zellen in Krebszellen. EGCG kann sowohl den programmierten Zelltod als auch das Gen p53 wiederherstellen.

4. "Aushungern" der Tumore
Tumoren können Stoffe ausschütten, die die Gefäßneubildung anregen. Über diese neugebildeten Gefäße werden die Tumoren mit Blut und Nahrungsstoffen versorgt. Diesen Vorgang kann EGCG unterbinden. Dadurch wird der Tumor quasi ausgehungert.

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Dr. Barbara Bertram

Ebenso wie Rotwein ist Tee, insbesondere der grüne Tee, positiv "ins Gerede" gekommen. Der Grund dafür sind gesundheitliche Wirkungen, die beiden Getränken zugesprochen werden und für die in beiden Fällen die sog. Polyphenole verantwortlich gemacht werden. Als Polyphenole bezeichnet man bestimmte organische Verbindungen wie z.B. Catechine und Flavonoide. Zusammensetzung von Tee

Hauptbestandteile der frischen Teeblätter sind Catechine, Proteine, Zucker, Kalium, Aminosäuren und Coffein. Welche Menge dieser Inhaltsstoffe beim Aufguß in die Tasse gelangt, hängt stark von den Extraktionsbedingungen (Blattgröße, Wassertemperatur, Ziehzeit) ab. Die sog. Flavonoide stellen eine Untergruppe der Polyphenole dar. Dazu gehören z.B. Catechine, Flavone und Flavonole. Flavonoide sind in der Natur sehr weit verbreitet und wurden auch in vielen Obst- und Gemüsesorten nachgewiesen. Für den Tee sind vor allem die Catechine, Flavonolglykoside und im schwarzen Tee auch Theaflavine und Thearubigine von Bedeutung. Auch die Gerbstoffe oder Tannine zählen zu den Polyphenolen. Der Anteil der Catechine an den gesamten Polyphenolen ist beim grünen Tee fast immer deutlich höher als beim schwarzen Tee. Theaflavine hingegen wurden im grünen Tee nicht nachgewiesen. Der Gesamtgehalt der Flavonolglykosiden ist bei beiden Gruppen etwa gleich.

Inhaltsstoffe in Tee und mögliche Wirkungen

Den Inhaltsstoffen im Tee werden anticancerogene, antioxidative und kardio-protective Wirkungen zugesprochen. Zusätzlich gibt es Hinweise auf antibakterielle und blutzuckersenkende Wirkungen von Tee. Antioxidantien sind Substanzen, die im Körper die Oxidation von Fetten verzögern. Die natürlichen Schutzmechanismen des Körpers sind nicht immer ausreichend, so daß eine Unterstützung durch Antioxidantien aus der Nahrung wünschenswert erscheint. Es konnte nachgewiesen werden, daß Teegetränke eine höhere antioxidative Wirkung haben als die meisten Früchte- und Gemüsearten. Sie wirken stärker als die Vitamine C, E und die Carotinoide.

Coronare Herzerkrankungen stellen in der westlichen Welt die häufigste Todesursache dar. Diese Erkrankungen können verschiedene Ursachen haben. Eine davon ist die Oxidation von LDL (low density lipoprotein - eine Cholesterinfraktion im Blut). Tee-Flavonoide stellen einen Oxidationsschutz des LDL dar. Durch Flavonoide werden außerdem Enzyme, die zur Bildung von Plaque benötigt werden, gehemmt.i ausgehungert.

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