Reinhold Zenger und Simon Gerhard, Plantextrakt GmbH & Co. KG, Tea Team, Vestenbergsgreuth

Tee (Camellia sinensis) ist wegen seiner geschmacklichen Vielfalt und unter anderem auch wegen seiner sanft anregenden Wirkung, welche auf den Koffeingehalt des Produktes zurück zu führen ist, eines der beliebtesten Getränke weltweit. Menschen, die auf diese anregende Wirkung verzichten möchten, oder die empfindlich auf Koffein reagieren, müssen auf den Genuss von Tee jedoch nicht verzichten, sondern können sich für entkoffeinierten Tee entscheiden. Zur Entkoffeinierung von Tee stehen in der Gegenwart verschiedene technische Verfahren zur Verfügung: Die gängigsten sind die Entkoffeinierung mittels Ethylacetat, Methylenchlorid oder überkritischem CO2.

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Dr. oec. troph. Eva-Maria Schröder, Ernährungs- und Beratungsservice, Tutzing

Im Jahr 2007 veröffentlichte „Neurology“, Fachorgan der American Academy of Neurology, St. Pauls, Minnesota, eine Studie zu dem Thema „Neuroprotektive Effekte von Koffein“. Die französische Forschergruppe um Frau Dr. K. Ritchie, Universitätsklinikum Montpellier, untersuchte hierbei die Beziehungen zwischen Koffeinaufnahme, dem Nachlassen kognitiver Fähigkeiten und Demenzverlauf. An den Untersuchungen nahmen rund 7.000 Männer und Frauen ab einem Lebensalter von 65 Jahren teil.

Die Ergebnisse der Studie belegen, dass sich Koffein vor allem bei Frauen in hohem Lebensalter positiv auf das geistige Leistungsvermögen auswirkt und somit der Demenzentwicklung entgegenwirken kann. Frau Dr. Schröder fasst in diesem Beitrag die sogenannte „Three City Study“ (Montpellier, Bordeaux, Dijon) zusammen und beleuchtet die verschiedenen Aspekte des Koffeingenusses im hohen Lebensalter.

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Prof. Dr. Ulrich H. Engelhardt und Yumen Hilal, Institut für Lebensmittelchemie der technischen Universität Braunschweig

Weißer Tee hat seinen Ursprung in China, wo er seit langer Zeit als Heilmittel und Getränk konsumiert wird. Für den beliebten Tee mit dem „weißen“ Blattmaterial und dem hellen Aufguss existiert allerdings keine allgemein akzeptierte Definition. Auch Daten über seine Zusammensetzung gibt es nur in begrenztem Umfang.

Professor Engelhardt und seine Doktorandin untersuchten Weiße Tees in Hinblick auf seine Inhaltsstoffe und geben einen Überblick über die traditionellen Herstellungsweisen dieser Tee-Varietät. Sie erörtern in ihrem Beitrag Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Weißen Tees gegenüber Schwarzen und Grünen Tees.

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Dr. oec. troph. Eva-Maria Schröder

Seit Jahrhunderten gehören coffeinhaltige Getränke zu den ganz legal anregenden Genussmitteln. Zu den Coffeinlieferaten zählen die Genussmittel Kaffee und Tee, auch Cola-Getränke und Energy-Drinks. Der Coffeingehalt dieser Getränke hängt von der Art der Herstellung ab. Ein Liter Bohnenkaffee enthält 350 - 1100 mg Coffein, während in der gleichen Menge schwarzen Tees lediglich 150 - 350 mg Coffein enthalten sind.

Verteilung und Ausscheidung von Coffein

Die pharmakologische Wirkung von Coffein ist abhängig von der Dosis. 50 - 200 mg wirken beim Erwachsenen anregend, beseitigen Ermüdungserscheinungen und erleichtern den Lernprozess. Bei Mengen über 400 - 500 mg werden unerwünschte Symptome (Herzrasen, Schlaflosigkeit) beobachtet. Coffein wirkt auf alle Teile des Zentralen Nervensystems (ZNS) anregend. Die geistige Aufnahmefähigkeit wird gesteigert, die Müdigkeit verschwindet und die Stimmungslage verbessert sich. Des weiteren erhöht Coffein die Herzleistung, die Blutgefäße werden erweitert und die Ausscheidung von Flüssigkeit (Diurese) wird gesteigert.

Besonderheiten des Coffeins im Tee

Das 1827 erstmals im Tee entdeckte Coffein wurde zunächst als "Thein" bezeichnet. Es kommt im Tee nicht in freier, sondern in gebundener Form vor, was eine andere Aufnahme und Wirkungsweise hervorruft. Während das Coffein im Kaffee zu einer rasch eintretenden, aber auch schnell wieder nachlassenden Anregung führt, bewirkt das Coffein aus dem Tee eine sanftere Anregung, die deutlich länger anhält. Man kann mit Recht sagen: "Tee regt an, aber nicht auf". Außerdem hat der Konsument die Möglichkeit, seine Coffeinaufnahme über die Zubereitungsart und Auswahl seines Tees zu beeinflussen. Bei einer Ziehzeit von zwei bis drei Minuten hat Tee eine anregende Wirkung, danach wirkt er beruhigend auf Magen und Darm.

Wieviel Coffein darf's sein?

Bei coffeinabstinenten Personen kann Coffein zu einem vorübergehenden leichten Blutdruckanstieg führen. Coffein wird aber keine ursächliche Bedeutung bei der Entstehung und Entwicklung von Bluthochdruck beigemessen. Selbst Personen mit hohem Blutdruck können ohne Gefahr 250 - 300 mg Coffein pro Tag aufnehmen. Das entspricht etwa 5 - 6 Tassen Tee.

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