Unsere Lieferketten

Weite Reisen und lange Entscheidungswege

Nicht „Global Player” mit großem Einfluss, sondern überwiegend mittelständische Unternehmen prägen die deutsche Teebranche. Sie verarbeiten natürliche Rohstoffe, die in fernen Ländern von ihren Partnern oft noch in Handarbeit geerntet und verarbeitet werden. In der Regel sind diese Lieferbeziehungen lange gewachsen und sehr persönlich. Was die Unternehmen und ihre Lieferanten zunehmend vor Probleme stellt, sind umfangreiche Dokumentations- und Nachweispflichten. Hoher bürokratischer Aufwand bindet wichtige Ressourcen und steigende Kosten senken langfristig die Attraktivität von Handelsbeziehungen mit Unternehmen in der EU. Dennoch sind unsere Mitgliedsunternehmen von den richtigen Anliegen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) überzeugt und sehen seine Ziele und Auswirkungen positiv. Als Verband setzen wir uns für eine umsichtige Anwendung ein.

Lieferketten. Lang und komplex.

Deutsche Teehersteller importieren Rohstoffe aus mehr als 80 Ländern. Viele Unternehmen haben 100 und mehr Zulieferer. Allein Tee kommt aus mehr als 25 Ländern nach Deutschland. Kräuter- und Früchtetees werden aus über 400 verschiedenen Pflanzenteilen hergestellt, die überwiegend aus Wildsammlungen stammen. Häufig werden Rohwaren in kleinbäuerlichen Strukturen in abgelegenen Regionen geerntet. Die Zahlen lassen erahnen, Lieferketten für Tee, Kräuter- und Früchtetee sind herausfordernd. Gleichzeitig müssen sie gut funktionieren, damit Qualität und Verfügbarkeit stimmen.

Geringe Nachfrage und geringer Einfluss

Nur 0,79 % des weltweit produzierten Schwarz- und Grüntees wurde 2022 nach Deutschland exportiert. Weniger als 1,86 % gingen in die Mitgliedsstaaten der EU. Damit wird klar, deutsche Unternehmen haben nur sehr begrenzte Einflussmöglichkeiten. Daher setzen viele inzwischen auf eigene Audits und auf Zertifizierungen durch unabhängige Nachhaltigkeitssiegel wie etwa Rainforest Alliance, Fairtrade oder We Care (Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL Deutschland e. V.), die allerdings nicht alle Ursprungsländer abdecken.

Unsicherheitsfaktoren sind Teil der Handelsbeziehungen
Besonders der Einkauf abseits großer Teeplantagen bleibt herausfordernd und ist aus Europa schwer zu überblicken, denn die Rohwaren für Kräuter- und Früchtetees stammen zu zwei Dritteln aus Wildsammlungen. Häufig wird auch heute noch in kleinbäuerlichen Strukturen mit losen und nicht dokumentierten Arbeitsabläufen in schwer zugänglichen Regionen geerntet. Dazu kommen Unsicherheitsfaktoren wie Klimawandel, Wirtschaftskrisen, politische Umwälzungen oder regionale Konflikte in den Herkunftsländern, die auch kurzfristig immer wieder eine Rolle spielen.

Nur Nähe schafft Vertrauen

Enge, partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Erzeugern vor Ort hat bei unseren Mitgliedsunternehmen Tradition. Persönliche Besuche für Audits und Kontrollen sind üblich und willkommen. Schulungen und Beratungen erfolgen vor Ort, direkt von den Unternehmen oder durch externe Berater. Informationen zu Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen und mögliche Lösungsansätze werden oftmals gemeinsam erarbeitet. Eine positive Folge der engen Verbindungen: In Notlagen leisten deutsche Teeunternehmen auch unbürokratisch Hilfe. Wird gegen vereinbarte Standards verstoßen, ziehen die Unternehmen Konsequenzen, etwa durch mehr Kontrollen und Auflagen oder sogar einem Ende der Geschäftsbeziehung. Was Praxis auch zeigt: Trotz persönlicher Nähe oder Zusammenarbeit mit Zertifizierungsorganisationen, eine lückenlose Kontrolle von Nachhaltigkeitsstandards ist nicht möglich.

Erfahren Sie mehr über die Welt des Tees

#teeziehtimmer

Von Tee wie Trend bis Tee wie Teeorie, bei Instagram feiern wir Tee, Kräuter- und Früchtetee immer wieder neu ab! Mit erstaunlichen Fakten, extrem leckeren Rezepten und extra heißen News. Warum? Weil ein Leben ohne Tee zwar möglich aber sinnlos ist. Weil Tee genauso cool wie hot ist. Und weil Tee Menschen auf der ganzen Welt verbindet. Schauen Sie mal rein und lassen Sie sich in den Bann ziehen.