Schach Matcha!
Wer Abwechslung sucht, wird sie beim Tee finden. Mit seiner Jahrtausende währenden Kulturgeschichte, den vielfältigen Ursprungsländern und Verarbeitungsmethoden sorgt er immer wieder für Überraschungen. Ein aktuelles Beispiel ist Matcha. Die intensiv-grüne Teespezialität gilt derzeit als absolutes In-Getränk. Deutschland ist innerhalb der EU zum Importland Nummer eins aufgestiegen.
Der gemahlene Grüntee wird besonders gerne in stylischen Varianten als Matcha Latte mit Milch oder pflanzlichen Milchalternativen getrunken oder als Aufguss auf Eiswürfeln zubereitet. Zudem wird Matchapulver gerne als farb- und geschmacksintensive Zutat für Speiseeis, Schokolade oder Desserts verwendet.
Die hohe Nachfrage spiegelt sich weltweit inzwischen auch in den Produktionszahlen wider. Diese sind von 2024 auf 2025 um über 71 Prozent gestiegen. Japan ist aktuell der größte Matcha-Produzent. Während Matcha derzeit in aller Munde ist, zeichnet sich mit Hojicha bereits ein neuer Trend ab. Den gerösteten Grüntee aus Japan charakterisiert ein mild-nussiges Aroma. Es bleibt also spannend für alle, die Tee entdecken, genießen, herstellen und mit ihm handeln.
Natürlich im Trend
Von der Alternative zu beispielsweise Wasser zum Mainstream. Mit ihren vielen positiven Eigenschaften sind Tees sowie Kräuter- und Früchtetees inzwischen eine feste Größe in der Getränkekultur.
Bedrohte Vielfalt
Die Absätze bleiben stabil hoch. Trotz Inflation ist keine spürbare Kaufzurückhaltung erkennbar. Die Wahrnehmung bei den Konsumenten ist positiv. Neue Käuferschichten entdecken Tee für sich. Also beste Voraussetzungen für ein weiterhin gesundes Wachstum?
Klimawandel und aktuelle politische Entwicklungen gehen auch an der Teebranche nicht spurlos vorbei. Für eine Branche, die überwiegend kleinere und mittlere Unternehmen prägen, sind stabile Rahmenbedingungen essenziell. Hohe Energiekosten, fragile Lieferketten und wachsende Bürokratie stellen zunehmend Herausforderungen dar.
Als kleine Akteure auf den Beschaffungsmärkten haben deutsche Unternehmen nur begrenzten Einfluss auf die Bedingungen in den Ursprungsländern. Gleichzeitig gilt die Branche als innovativ, steht für hohe Qualität und investiert kontinuierlich in Nachhaltigkeitsstrategien.
Tee sowie Kräuter- und Früchtetees sind in Deutschland sichere und naturbelassene Lebensmittel. Damit das so bleibt, betreiben die Unternehmen einen erheblichen Aufwand. Steigende bürokratische Anforderungen verursachen hohe Kosten und können die Verfügbarkeit einzelner Sorten und pflanzlicher Rohstoffe weiter einschränken. Hier ist mehr Augenmaß gefragt – im Interesse der Unternehmen und der Verbraucher, die Tee auch künftig in seiner ganzen Vielfalt entdecken und genießen möchten.