Tee-Anbauländer

Weltweit und in allen Kulturen wird Tee als wohlschmeckendes Getränk geschätzt, das "Körper und Seele" erfrischt. Tee stammt vom Teestrauch Camellia sinensis, der in vielen Ländern angebaut wird.

Zu den wichtigsten Anbauländern gehören Indien, Kenia und Sri Lanka. Dort wird überwiegend Schwarzer Tee produziert, sowie Grüner Tee in kleineren Mengen.

Indien – Teeanbau und Verarbeitung

Die wohl bekanntesten und wichtigsten Gebiete für den Teeanbau in Indien sind Darjeeling und Assam. Doch auch die Regionen Dooars, Sikkim und Nilgiri spielen eine bedeutende Rolle für den Teeanbau Indiens. Neben Schwarzen Tees produziert Indien, wenn auch in geringer Menge,  Grüne Tees und Weiße Tees.

Darjeeling: zart blumig bis herb würzig

Der Ablauf der Jahreszeiten bestimmt Vielfalt und Charakter des Darjeeling-Tees. Das Teeanbaugebiet Darjeeling ist in sieben Unterdistrikte aufgeteilt: Ost- und West-Darjeeling, Nord- und Süd-Kurseong, Mirik, Rundbong Valley und Teesta Valley. Dabei ist West-Darjeeling das bedeutendste Anbaugebiet der Region.

Kühle Nächte und intensive Sonnenstrahlen am Tag geben dem edlen Tee, der an den südlichen Berghängen des Himalayas wächst, seine charakteristische Note. Von mild und leicht bis würzig-aromatisch reicht die Bandbreite des Darjeeling-Tees. Fast neun Monate im Jahr – von März bis November – wird in Darjeeling Tee geerntet.

Der Arbeitsaufwand bei der Darjeeling-Ernte ist besonders hoch. So wird zum Beispiel für ein Kilo Darjeeling First Flush eine Menge von cirka 12.000 Blättern benötigt, während für ein Kilo Assam-Tee bereits 4.000 Blätter ausreichen. Während der Erntezeiten steigen die Pflückerinnen schon in der Morgendämmerung die schmalen Pfade zu den mehr als 80 Teegärten der Provinz hinauf. Da viele Teesträucher an Hängen mit einer Neigung von bis zu 45 Grad stehen, ist der Einsatz von Erntemaschinen hier ausgeschlossen. So sorgen letztlich die Darjeeling-Teegärten für den Fortbestand der manuellen Pflückung, die eine der Voraussetzungen für eine hohe Qualität des Tees darstellt. Die frisch geernteten Teeblätter werden umgehend zur Verarbeitung in die Fabriken transportiert, um Qualitätsverluste zu vermeiden.

In Darjeeling werden Tees ausschließlich nach der traditionellen orthodoxen Methode verarbeitet. Nach der dreimonatigen Winterpause werden Anfang März bis Mitte April die ersten zarten Blätter geerntet. Der First Flush bietet einen besonders zarten, blumigen Geschmack. Dementsprechend groß ist auch die Nachfrage. Die erste Pflückung, die in Deutschland erhältlich ist, heißt Flugtee. Seinen Namen hat dieser Tee daher, dass er ganz frisch aus Indien nach Deutschland eingeflogen wird. Die Blätter des fertig verarbeiteten (fermentierten) First Flush sollten dunkel sein. Es dürfen allerdings einige grünliche, d.h. unvollständig fermentierte Blätter vorkommen. Der Aufguss eines guten First Flush variiert farblich von hellgold über bernsteinfarben bis golden-grünlich. Der Second Flush (Sommertee), der zwischen Mitte Mai und Mitte Juli gepflückt wird, ist dagegen kräftiger und würziger. Die Tassenfarbe reicht von leicht rötlich bis bräunlich.

Zwischen First Flush und Second Flush werden die so genannten Inbetweens (Frühlingstees) geerntet. Sie werden häufig in Teemischungen verwendet. Gegen Ende Juni setzt in Darjeeling der Monsunregen ein. Trotz der sehr starken Niederschläge setzen die Teepflücker auch während der Regenzeit die Ernte fort. Die sogenannten Regentees sind im Vergleich zum First und Second Flush vom Aroma her eher herb und weisen eine grünlich braune Tassenfarbe auf. Erst im Spätherbst, wenn der Regen nachgelassen hat und die Temperaturen deutlich zurückgegangen sind, werden wieder bessere Qualitäten geerntet. Die als Autumnal Teas bekannten Herbsttees zeichnen sich durch einen herb-würzigen Geschmack aus, die Tassenfarbe ist rostbraun.

Weitere Anbaugebiete, die an Darjeeling angrenzen und gute Qualitäten hervorbringen, sind Terai und Cachar.

Assam: Von fruchtig-frisch bis malzig-würzig

Wie Darjeeling ist auch die im Nordosten Indiens gelegene Hochebene von Assam in verschiedene Teeanbaugebiete unterteilt. Die fünf Regionen Hatimara, Borengajuli, Sockieting, Kondoli und Hunwal bilden das größte zusammenhängende Anbaugebiet der Welt. Dank der extremen Feuchtigkeit und der tropischen Hitze wachsen die Pflanzen sehr schnell und bringen eine reichhaltige Ernte. Dadurch ist Assam das ertragreichste Teeanbaugebiet Indiens. In rund 2.400 Teegärten, die über das gesamte Assam-Gebiet verteilt sind, werden die Blätter für einen würzigen, mitunter leicht malzigen Tee angebaut. In Höhenlagen sind bis zu 15 und in den Niederungen bis zu 30 Pflückungen pro Jahr möglich.

In Assam werden Tees überwiegend nicht wie in Darjeeling nach der orthodoxen Methode verarbeitet, da man zur Regenzeit die Blätter kaum richtig trocknen kann. Man geht hier meistens nach der CTC-Methode (Crushing, Tearing, Curling) vor. Die Blätter lassen sich schneller verarbeiten und intensiver trocknen. Bei dieser Methode entstehen Sortierungen von Broken-Tees, die gerne für Mischungen eingesetzt werden, und Fannings, die aufgrund ihrer Ergiebigkeit für Teebeutel verwendet werden. Ein guter Assam hat ein schwarzes Blatt von mittelgroßer Körnung und ist durchsetzt mit goldenen Blattspitzen, den sogenannten „Tips“. Aufgrund des Klimas kann in den Teegärten in Assam das ganze Jahr über geerntet werden. Wie beim Darjeeling gibt es auch hier im Frühling einen First Flush. Anstelle des typisch malzig-würzigen Geschmacks haben die Tees dieser Pflückung einen fruchtig-frischen Charakter.

Der Second Flush wird ab Mitte Mai geerntet. Optimale Bedingungen sind Regen zu Anfang des Monats und ab Mitte Mai (am besten nachts) nur noch gelegentliche Schauer. Direkte Sonneneinstrahlung wirkt sich negativ auf die Qualität der Assam-Tees aus. Typisch für Assam-Tees ist neben dem vollmundigen Geschmack auch die kräftige, dunkle Farbe. Die Blätter lassen sich hervorragend mit anderen Teesorten mischen. Tee aus Assam liefert die Grundlage für viele bekannte Mischungen wie zum Beispiel Ostfriesen-Tee. Dieser besteht zu mehr als der Hälfte aus Assam-Tee. Bei der Englischen Mischung ist traditionell etwa ein Drittel Assam enthalten.

Dooars: Teegenuss mit „Honey-Flavour“

Zwischen Darjeeling und Assam, im flachen Land, liegt die Region Dooars. Sie gehört zu den Teedistrikten im Himalaya, die südlich von Darjeeling liegen, aber nicht in so großer Höhe. Mit mehr als 60.000 Hektar ist Dooars das dritte größere Anbaugebiet im Norden Indiens. Die Anbaufläche ist dreimal so groß wie die in Darjeeling. Hauptsächlich wird hier die Thea Assamica-Pflanze angebaut, die einen höheren Ertrag liefert als die Thea Sinensis. Tee aus Dooars wird wie der Assam-Tee zum größten Teil nach der CTC-Methode verarbeitet.

Die First Flush Dooars schmecken ähnlich wie Darjeelings: leicht, blumig und aromatisch. Die zweite Pflückung ist vom Geschmack her kräftiger, man spricht auch vom „Honey-Flavour“.

Sikkim: nördlichstes Teeanbaugebiet Indiens

Umrahmt von Nepal, Tibet und Bhutan liegt Sikkim, das nördlichste Tee-Anbaugebiet in Indien. In dieser Region gibt es nur einen einzigen Teegarten namens „Temi“. Die Tees, die hier angebaut werden sind qualitativ besonders hochwertig und stehen den Darjeelings in keiner Weise nach. Tee aus Sikkim zeichnet sich durch seinen eleganten Geschmack und sein edles Aroma aus. Die Erntezeit beginnt in Sikkim etwa vier Wochen später als in Darjeeling.

Nilgiri: 2.500 Meter über dem Meeresspiegel

Das höchstgelegene Tee-Anbaugebiet der Welt – mit Teegärten in einer Höhe von über 2.500 Meter über dem Meeresspiegel – befindet sich ganz im Süden Indiens, in den Nilgiri-Bergen. Typisch für die Region sind die vielen kleinen Teegärten, die von ca. 20.000 Kleinbauern bewirtschaftet werden. Durch das warme Klima kann der Tee das ganze Jahr über geerntet werden. Die besten Tees erhält man allerdings in der Zeit von Januar bis April, bevor der Regen einsetzt, und von Juli bis August. Aufgrund ihres herben, fruchtigen Aromas erinnern sie geschmacklich an Ceylon-Tees. Diese Tees bilden eine gute Grundlage für die in Deutschland beliebte sogenannte Englische Mischung.

Indien – das Land

Indien ist mit einer Fläche von 3.287.590 km2 das siebtgrößte Land der Erde. Zum Vergleich: Die Fläche entspricht in etwa der Größe Westeuropas. Indien verfügt über sehr verschiedenartige Landschaften, geprägt wird es aber vor allem durch das höchste Gebirge der Welt, den Himalaya.

Geografie

Im Norden Indiens, im Grenzgebiet zu Nepal und Bhutan, liegt die Provinz Darjeeling. Hier, in Lagen zwischen 600 und 2.000 Metern über dem Meeresspiegel, ließen britische Kolonialherren im Jahr 1847 zum ersten Mal Tee anbauen. Sie rodeten den subtropischen Urwald und pflanzten den Teestrauch Camellia sinensis, den sie zu diesem Zweck aus China mitgebracht hatten. Die nördlichsten Ausläufer des Himalayas ziehen sich quer durch das nördliche Kaschmir bis tief in das benachbarte Tibet hinein.

Im Nord-Osten schließt sich die etwas tiefer gelegene Region Assam an, die sich über rund 600 Kilometer entlang des Flusses Brahmaputra erstreckt, der die Landschaft stark prägt. Während der Monsunzeit von Juli bis September tritt der Strom Jahr für Jahr mehrere Wochen über die Ufer und überschwemmt weite Teile der Region.

Im Süden liegt das massive Hochland von Dekkan mit Teilen des ältesten Gesteins der Erde. Hier bestimmt das Gebiet Nilgiri die Teelandschaft. In den „Blue Mountains“ gelegen, befindet sich Nilgiri in einer Höhe von 1.000 bis 2.500 Metern über dem Meeresspiegel.

Klima

Die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen der jeweiligen Anbaugebiete haben Auswirkungen auf die Teevielfalt. Je nach Boden- und Wetterverhältnissen variieren Aroma, Geschmack, Farbe und Stärke des Tees. Man kann also sagen, dass das Klima jeder Teesorte eine eigene charakteristische Note verleiht. Während der heißen Jahreszeit herrscht im Binnenland eine trockene Hitze, an der Küste ist die Luft dagegen feucht und heiß. Anfang Juni bis September/Oktober gibt es entlang den Küstengebieten aufgrund der großen Niederschlagsmengen häufig Überschwemmungen. Die Hochlagen sind davon nicht betroffen.

An den südlichen Berghängen des Himalayas wachsen die edelsten und höchst bezahlten Tees der Welt. Durchschnittlich liegen die Darjeeling-Gärten in einer Höhe von 1.200 Metern. Die Maximaltemperatur liegt hier bei 25 Grad Celsius, die Minimaltemperatur (zwischen Dezember und Januar) bei 8 Grad Celsius. Die extrem steilen Hänge garantieren, dass die Sonnenstrahlen in voller Stärke auf die Pflanze fallen. Die Teepflanze Thea Sinensis, die hier bevorzugt angebaut wird, braucht mindestens fünf Stunden Sonne am Tag. Hier, an den Südhängen des größten Gebirgsmassivs der Welt, gibt es mehr als genug davon. Und auch der lockere, gehaltvolle Lehmboden ist für Teegärten wie geschaffen. In den Wintermonaten kann es gelegentlich zu Frost kommen, der der Pflanze jedoch nichts anhaben kann.

In der feucht-heißen Hocheben von Assam bevorzugt man den Anbau der Teepflanze Thea Assamica. Sie ist ein reines Tropengewächs und braucht neben der Wärme auch ein hohes Maß an Feuchtigkeit. Je feuchter die Luft, desto schneller wachsen neue Teeblätter nach. Der Jahresniederschlag sollte optimalerweise bei 2.500 Millimeter über das ganze Jahr verteilt (die Teepflanze verträgt keine Staunässe) liegen. Dafür, dass immer ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist, sorgt der Monsunregen. Er ist verantwortlich für die starken Niederschläge während der Sommermonate. Zu dieser Zeit gleicht Assam einem tropischen Gewächshaus. Die Wintermonate sind dagegen trocken und kühl.

Teeproduktion

Indien ist - nach China - der zweitgrößte Teeproduzent der Welt. Gut zwei Drittel der indischen Teeproduktion stammen aus den vier nördlichen Teeanbaugebieten: Assam, Darjeeling, Dooars und Sikkim. Ein Drittel der indischen Tees wird in den beiden südlichen Teeanbaugebieten Nilgiri und Kerala produziert. Indien ist im übrigen der wichtigste Schwarzteelieferant Deutschlands.

Aktuelle Zahlen zur indischen Teeproduktion finden Sie jeweils im Statistikteil unseres aktuellen Jahresberichtsbands "Tee als Wirtschaftsfaktor" in der Rubrik Marktzahlen.

Geschichte

In Indien wurde erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts mit dem Tee-Anbau begonnen, als 1780 ein britischer Oberst seine ursprünglich aus China stammenden Teesamen in indischen Boden pflanzte. Er hatte jedoch nur mäßigen Erfolg. Erst 1823 gelang es dem schottischen Major Robert Bruce, die Briten zu überzeugen, dass es Erfolgsaussichten habe, Tee in Indien anzupflanzen. Er war zuvor auf einem Jagdausflug zwischen den Regionen Assam und Burma auf große, wildwachsende Teesträucher gestoßen. Nur wenige Jahre später fanden zwei Botaniker dann auch in der Provinz Assam wilden Tee. Bis dato galt die China-Pflanze Camellia sinensis als die Ur-Pflanze des Tees. Seit der Entdeckung der Thea Assamica in Indien aber streiten die Gelehrten darüber, welche der beiden Pflanzen die ältere, ursprüngliche ist. Bereits im Januar 1839 wurden die ersten Kisten mit Tee aus Assam in London versteigert und lösten große Begeisterung bei den Maklern der dortigen Tee-Börse aus.

Als Folge dieser Begeisterung legten Briten die ersten große Teegärten in Indien an, indem der Urwald soweit gerodet wurde, dass die Teesträucher sich ausbreiten konnten. Schon im Folgejahr konnte die erste Ernte eingefahren werden.

Obwohl die Anpflanzungen sich nach und nach vergrößerten, gab es bis Mitte des 19. Jahrhunderts Klagen seltens der Pflanzer und Teehändler. Aus heutiger Sicht hat sich die Geduld jedoch gelohnt.

Kenia – Teeanbau und Verarbeitung

Im Hochland Kenias, östlich und westlich des Great Rift Valleys, liegt in Höhen zwischen 1.500 und 2.700 Metern das Hauptanbaugebiet des kenianischen Tees. Es setzt sich aus fünf Distrikten zusammen: Kericho, Nandi, Limuru-Kiambu, Nyeri und Meru.

Das Klima und die Bodenbeschaffenheit im kenianischen Hochland sind für das Wachstum der Tee-Büsche ideal; das ganze Jahr über kann der Tee geerntet werden.  Für die hochwertigsten Sorten werden nur die oberste junge Blattknospe und die zwei angrenzenden Blätter per Hand gepflückt und verarbeitet.

Die Verarbeitung des Kenia-Tees findet überwiegend nach der CTC-Methode statt, die kleineren Mengen des orthodox verarbeiteten Blatt-Tees finden besonders in Deutschland ihre Abnehmer. Kenianischer Tee hat ein würziges, kräftiges Aroma, das manchmal leicht an Zitrone erinnert – der Aufguss hat eine orange Farbe.

Kenia - Das Land

Mit einer Fläche von 580.367 km2 ist Kenia ungefähr so groß wie Frankreich. Am Äquator gelegen, grenzt Kenia an die Länder Tansania, Uganda, Süd-Sudan, Äthiopien sowie Somalia und an den indischen Ozean. Der ganzjährig mit Schnee bedeckte Mount Kenya mit einer Höhe von 5.199 Meter, die endlosen Steppen mit ihrem riesigen Tierbestand und die herrlichen Sonnenstrände am indischen Ozean, spiegeln die Faszination und Vielfalt dieses Landes wider.

Geografie

Durch den westlichen Teil Kenias ziehen sich die 1.500 bis 3.000 Meter hohen Highlands.

Hier, am Fuße des Great Rift Valley, liegen - zwischen Geysiren, heißen Quellen und dem Viktoria See (zweitgrößter See der Erde) - die Hauptanbaugebiete für Tee. Die Hauptstadt Nairobi liegt im Herzen des Landes. Die Handelsstadt Mombasa ist um den natürlich entstandenen Hafen Kilindini angelegt. Sie ist die zweitgrößte Stadt Kenias und einer der bedeutendsten Teehandelsplätze der Welt.

Klima

Mit einer hohen Luftfeuchtigkeit von 65 bis 75 Prozent herrscht  in Kenia tropisches Klima.  In den Küstenregionen liegen die Höchsttemperaturen bei 28 Grad Celsius, in den Höhenlagen im Landesinneren schwanken sie am Tage zwischen 22 Grad Celsius und 32 Grad Celsius, die Nächte sind dagegen deutlich kühler.

Die zwei Regenperioden im Hochland, auch die "Große Regenzeit" und die "Kleine Regenzeit" genannt, finden von April bis Juni und von Oktober bis November statt. Ergiebige Schauer versorgen in diesen Monaten vor allem gegen Abend und in der Nacht die Teegärten mit sehr viel Feuchtigkeit. Die langen und sonnigen Tage spenden den Pflanzen die nötige Wärme und ausreichend Licht. So herrschen im kenianischen Hochland die optimalen Klimabedingungen für den Anbau der Tee-Pflanzen.

Teeproduktion

Kenia ist mit Abstand der größte Tee-Produzent Afrikas und zählt sogar seit Jahrzehnten zu den fünf größten Tee-Produzenten der Welt. Darüber hinaus zählt Kenia seit einigen Jahren zu den weltweit führenden Tee-Exporteuren. Aktuelle Zahlen zur kenianischen Teeproduktion finden Sie in unseren Jahresberichtsbänden "Tee als Wirtschaftsfaktor" in der Rubrik Marktzahlen.

Bekannt ist Kenia für seine kräftigen Schwarztees, die sich insbesondere in Großbritannien als wichtiger, unverzichtbarer Bestandteil vieler englischer Frühstücksteemischungen großer Beliebtheit erfreuen. Nach Deutschland werden vor allem die nach orthodoxer Methode hergestellten Schwartees eingeführt, die als besondere Spezialität gelten.   

Geschichte

Kenia ist eines der ersten Länder Afrikas, in denen Tee angebaut wurde. Der Engländer G.W.L. Caine brachte die bis dato in Kenia unbekannten Tee-Samen im Jahr 1903 von Indien nach Kenia. In Limuru, nahe Nairobi, wurde auf einer zwei Hektar großen Farm der erste Kenia-Tee angepflanzt. Noch heute stehen in diesem Teegarten mit dem Namen Mabroukie einige der ersten Teepflanzen - inzwischen große Teebäume, denn sie wurden seit ihrer Pflanzung nicht beschnitten.

Obwohl einige Kleinbauern in Limuru-Kiambu und Kericho bereits in den Folgejahren Teegärten anlegten, begann der kommerzielle Tee-Anbau erst seit 1924. Noch einmal vier Jahre später konnte der erste kenianische Tee nach London verschifft werden, um dort verkauft zu werden. Mit der damals eher geringen Exportmenge von 69 Tonnen wurde der Grundstein für die schnell wachsende kenianische Teewirtschaft gelegt.

Limuru_kiambu und Kericho sind noch heute die größten Teeanbaugebiete des Landes. Kenia seinerseits gilt mittlerweile als das bedeutendste Teeanbauland Afrikas. Hier werden ca. zwei Drittel des gesamten afrikanischen Tees produziert. In der Schwarzteeproduktion steht Kenia sogar auf Platz zwei weltweit, hinter Indien.

Tee gehört zu den bedeutendsten Exportgütern des Landes, das außerdem einer der weltgrößten Schwartee-Exporteure ist. Traditionell wird der Tee von Kleinbauern kultiviert. 80 Prozent der insgesamt über 190.000 Hektar großen Anbaugebiete wird von Familienbetrieben bestellt. Für 560.000 Kleinbauern stellt die Teewirtschaft die Lebensgrundlage dar, über vier Millionen Kenianer finden in der Branche Ihre Arbeit.

Sri Lanka – Teeanbau und Verarbeitung

Rund um den Adam's Peak (heute: Sri Pada), in Höhenlagen bis zu 2.500 Metern über dem Meeresspiegel, liegen die sieben Teeanbaugebiete von Sri Lanka. Die Hochlandsgebiete Uva, Dimbula, Uda Pussellawa und Nuwara-Eliya befinden sich größtenteils in einer Höhe von über 1.200 Metern. Tee aus diesen Regionen ist besonders begehrt, da das durch die Höhe bedingte, langsamere Wachstum den Teeblättern ein besonders feines und intensives Aroma verleiht. Der Aufguss ist kupferrot bis goldrot; der Tee steht, wie der Fachmann sagt, „golden in der Tasse“. Weitere Anbaugebiete sind Kandy, Ruhuna und Sabaragamuwa. Sri Lanka produziert neben Schwarztees, wenn auch in geringer Menge, Grüne Tees und Weiße Tees, die hier oft auch "Silver needles" genannt werden.

Geerntet wird hier das ganze Jahr über. Allerdings wechseln die Qualitäten je nach Witterung und Jahreszeit. Wie in Darjeeling wird in den ceylonesischen Teegärten die orthodoxe Verarbeitungsmethode bevorzugt.

Dimbula: Qualität mit Zitrusflavour

Dimbula ist eines der ältesten und bekanntesten Anbaugebiete Sri Lankas. Die Teegärten liegen im Süd-Westen der Insel in einer Höhe von etwa 1.200 bis 2.000 Metern. Die besten Ernten finden von Dezember bis April statt. Seinen qualitativen Höhepunkt erreicht der Tee aus dieser Region im Februar und März, wenn kühles, trockenes Klima Dimbula bestimmt. Der Tee zeichnet sich vor allem durch sein kräftiges, leicht herbes Aroma aus, das manchmal eine Zitrusnote aufweist. Tee aus Dimbula eignet sich hervorragend als morgendlicher Muntermacher.

Nuwara Eliya: am Fuße des Pidurutalagala

Zwischen Dimbula und Uva, unterhalb des Pidurutalagala, liegt das Anbaugebiet Nuwara Eliya mit den höchstgelegenen Teegärten der Insel. Im Gegensatz zu den anderen Regionen, in denen die Thea Assamica die Grundlage für den Teeanbau bildet, stehen hier überwiegend Sträucher der Thea Sinensis. Insgesamt setzt sich das Gebiet aus nur sieben Teegärten zusammen. Tees aus Nuwara Eliya behalten das ganze Jahr über ihren besonderen Charakter. Nur in den Zeiten, in denen Frost die empfindlichen Teesträucher befällt, kann es zu Einbußen kommen.  

Vom Geschmack her erinnert das feine, runde Aroma des Tees aus dieser Region an Zypressen und Eukalyptus, was daher rührt, dass die Gärten direkt von diesen Pflanzen umgeben sind, so dass sich das Aroma im Tee wieder findet. Das besondere Aroma ist fast zu jeder Jahreszeit sehr ausgeprägt.

Uva: zwischen Wäldern und Flüssen

Im Süd-Osten der Insel, umgeben von schattenspendenden Bäumen und wilden Flussläufen, liegt Uva. Die besten Qualitäten gibt es hier zwischen Juli und September. Tee aus Uva hat ein kräftiges, leicht süßliches Aroma, das ein wenig an den Geschmack von Preiselbeeren erinnert. Die dunkle, leicht rötliche Tassenfarbe erinnert an Tee aus Assam. Da Uva-Tee schon nach kurzer Zeit etwas von dem besonderen Flavour verliert, sollte er relativ schnell aufgebraucht werden.

Kandy

Das nördlichste Anbaugebiet Sri Lankas ist nach der historischen Hauptstadt Ceylons und Wiege der ceylonesischen Tee-Kultur benannt. Die Teegärten liegen in Höhen zwischen 600 und 1.200 Metern. Hier wird der sogenannte "mid country tea" produziert, der sich durch seinen kräftigen Geschmack, vollen Körper und eine "dunkle Tasse" auszeichnet.

Sri Lanka - Das Land

Sri Lanka ist eine Insel im indischen Ozean unweit von Indiens Südspitze und von der Größe her vergleichbar mit dem Bundesland Bayern. Die sehr heterogene Landschaft ist geprägt von Gipfeln, Becken und Tälern.

Geografie

Sri Lanka gliedert sich in drei verschiedene Landschaften: Das zentrale Hochland mit den berühmten Teeanbaugebieten und bis zu 2.500 Metern hohen Bergen, die Tieflandebenen, die schon vor Jahrhunderten durch künstliche Bewässerung fruchtbar gemacht wurden, und den Küstenbereich mit Fischerei und Palmenstränden.

Das Herz Sri Lankas bildet das zentrale Hochland im Südzentrum. Im Kern des Hochlandes ist ein in Nord-Süd Richtung 65 Kilometer langes Hochplateau. Höchste Erhebung des Landes ist der "Pidurutalagala" mit 2.524 Metern. Vom südlichen Ende des Plateaus aus erstrecken sich zwei Gebirgsmassive, eines 50 Kilometer in den Osten zum "Namunakula" (2.036 Meter) und eines 50 Kilometer in den Westen zum Adam’s Peak (heute: "Sri Pada") mit 2.243 Metern.

Klima

Durch die Nähe zum Äquator herrscht auf Sri Lanka vorwiegend tropisch-warmes Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit (80-90%). Am meisten beeinflusst wird es durch die beiden Regenperioden im Osten und Westen der Insel. Die Durchschnittstemperaturen liegen im Tal im Winter bei ca. 30 Grad Celsius, im Sommer bei ca. 35 Grad Celsius. In den Gebirgen kühlt es sich nachts schon einmal auf 10 bis 16 Grad Celsius ab.

Im Westen der Insel beherrscht in der Zeit von Juni bis September der Südwestmonsun die Region. Im Osten der Insel und um die Region Uva herum ist es dagegen trocken und windig, was sich aus den landschaftlichen Gegebenheiten der Insel erklärt. Der Adam's Peak übernimmt quasi die Funktion einer Wasser- und Wetterscheide. Die qualitativ hochwertigsten Tee-Ernten stammen zu dieser Jahreszeit aus dem Anbaugebiet Uva.

Von Dezember bis März kehren sich die Verhältnisse um: Dann wird der Westen vom trockenen Klima bestimmt, während der Osten durch den Nordostmonsun starken Regenfällen ausgesetzt ist. Zu dieser Zeit werden in den westlichen Regionen Dimbulas Spitzentees geerntet.

Teeproduktion

Sri Lanka zählt seit vielen Jahrzehnten zu den fünf größten Teeproduzenten und den wichtigsten Tee-Exportnationen der Welt. In den sieben Teeanbaugebieten rund um den Adam's Peak (heute: Sri Prada) werden überwiegend Schwarztees produziert. Seit einigen Jahren produziert man auch kleine Mengen erlesener Weißer Tees, die hier - nach den silbrig schimmernden Härchen der Blattknospen - auch "Silver Needles" genannt werden. Für den deutschen Markt werden insbesondere die exquisiten Teespezialitäten aus den Hochlandlagen der Traditionsanbaugebiete gekauft.

Aktuelle Zahlen zur Teeproduktion in Sri Lanka finden Sie jeweils im Statistikteil unseres aktuellen Jahresberichtsbands "Tee als Wirtschaftsfaktor" in der Rubrik Marktzahlen.

Geschichte

Bereits 1824 brachten die Briten die ersten Teepflanzen nach Ceylon,  dem heutigen Sri Lanka, die im Royal Botanical Garden von Peradeniya (Kandy) gepflanzt wurden.

Obwohl die Anpflanzversuche erfolgreich waren, konzentrierten sich die Pflanzer weiterhin auf den Kaffeeanbau, denn Ceylon-Kaffee war damals eine begehrte Ware.

Ein junger Schotte mit dem Namen James Taylor begann im Jahre 1867 in dem Teegarten Looleconderea, nahe Kandy, mit dem Teeanbau und konnte großen Erfolg verzeichnen. Bereits 1873 exportierte er die ersten 10 Kilogramm Ceylon-Tee nach London. Doch erst als zwischen 1870 und 1880 der Kaffeerost die riesigen Kaffeeplantagen fast vollständig zu Grunde gerichtet hatte, stellten die Pflanzer schließlich nach und nach auf Tee um.

Heute ist Tee das bedeutendste Agrargut in Sri Lanka; das Land gehört zu den weltgrößten Tee- Exporteuren. Hier wird sowohl die Thea sinensis, ein Hochlandgewächs, das ursprünglich aus China stammt, als auch die Thea assamica, ein reines Tropengewächs aus Assam in Nordindien, angebaut. In etwa 600 Teefabriken wird der weltweit bekannte und geschätzte Ceylon-Tee hergestellt.

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